Die neue Straßenbahnverbindung zwischen Hauptbahnhof West und Münsterplatz ist feierlich eröffnet worden. Am Samstag fand dazu nach einer gemeinsamen Eröffnungsfahrt ein öffentlicher Festakt auf dem Münsterplatz statt. Bereits seit dem 10. August ist die rund 380 Meter lange Strecke in Betrieb (wir berichteten).
Gäste aus Politik und Wirtschaft sowie Bürger feierten die neue Verbindung. An Informationsständen konnten sich Interessierte über die Zukunft der Mainzer Straßenbahn informieren. Die Eröffnung war zugleich der Anlass, den aufgewerteten Münsterplatz als Pilotprojekt der Initiative „Mainz glänzt“ vorzustellen. Diese setzt sich für mehr Sauberkeit und Service an belebten Orten ein.
Etwa 50 Mitglieder mehrerer Initiativen gegen einen weiteren Straßenbahnausbau in Mainz waren beim Festakt ebenfalls vor Ort, um ihre Position mit Spruchbändern zu vertreten.
„Ein großer Gewinn für Mainz“
Daniel Gahr, Vorstandsvorsitzender der Mainzer Stadtwerke, betonte die Bedeutung des Projekts: „Mit der neuen Straßenbahnstrecke investieren wir als Unternehmensgruppe Mainzer Stadtwerke gemeinsam mit Stadt und Land in eine moderne und nachhaltige Infrastruktur.“ Für Florian Wiesemann, Geschäftsführer der Mainzer Verkehrsgesellschaft, ist dies ein klares Zeichen, dass man konsequent in einen starken öffentlichen Nahverkehr investiere, um mehr Menschen eine klimafreundliche Mobilität zu ermöglichen.
Auch das Land Rheinland-Pfalz unterstützte das Projekt. Staatssekretär Markus Wolf bezeichnete die Strecke als „starkes Signal für eine moderne Mobilität“. Oberbürgermeister Nino Haase (parteilos) hob die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten hervor. „Die neue Straßenbahnverbindung ist ein großer Gewinn für Mainz“, so Haase. Er dankte besonders den Anwohnern und Gewerbetreibenden für ihre Geduld während der Bauphase.
Binger Straße komplett neu geordnet
Mit dem Bau der Gleise wurde die Binger Straße umfassend umgestaltet. Umwelt- und Mobilitätsdezernentin Janina Steinkrüger (Grüne) erklärte, dass der gesamte Straßenraum neu geordnet wurde. „Breite Radwege in beiden Richtungen, bessere Bedingungen für Menschen, die zu Fuß unterwegs sind, ein besonderes Augenmerk auf Barrierefreiheit und übersichtlichere Verkehrsabläufe machen sie sicherer und attraktiver“, so Steinkrüger. Ab Oktober sollen zudem neue Bäume gepflanzt werden.
Auf der Strecke gibt es einige technische Besonderheiten. So wurde die erste sogenannte Zeitinsel-Haltestelle in Mainz eingerichtet. Auf der Alicenbrücke verlegte man ein platzsparendes Doppelschienengleis und in der Binger Straße sorgt ein Masse-Feder-System dafür, Erschütterungen zu reduzieren. Im Zuge der Bauarbeiten wurden neun Bestandsbäume entfernt, dafür werden acht in der Binger Straße und sechs weitere im Stadtgebiet neu gepflanzt.