Seit Jahren ist das Areal des ehemaligen „City-Hotel Neubrunnenhof“ in der Mainzer Großen Bleiche 22-26 ein Ärgernis. Müll, Fäkalien und Schädlinge prägen das Bild des leerstehenden Gebäudekomplexes.
Nun gibt es aber einen neuen Hoffnungsschimmer: Vier Studenten der Hochschule Mainz haben ein Konzept zur Neugestaltung des Geländes vorgestellt.
„Vom Schandfleck zum Perspektivstandort“
Obwohl seit zwei Jahren eine Baugenehmigung für 70 Wohnungen vorliegt, herrscht auf der Baustelle Stillstand. Angespornt durch die Berichterstattung, unter anderem von Merkurist, haben die vier Wirtschaftsingenieur-Studenten Tristan Gehrke, Phillipp Bruns, Christian Kroneberg und Robert Neufang nun in Eigeninitiative ein Konzept zur „Revitalisierung der Großen Bleiche 22-26“ erarbeitet. „Es ist unser Antrieb, aktiv zur positiven Entwicklung unserer Stadt beizutragen“, so die Studenten.
Ihr Plan sieht einen modernen Mix aus Wohnen, Arbeiten und Gastronomie vor. Auf sechs Stockwerken plus einem Staffelgeschoss sollen 24 bezahlbare und drei exklusive Wohneinheiten entstehen.
Ergänzt würde dies durch Flächen für sechs Büroeinheiten sowie zwei Gastronomiebetriebe.
Außerdem sieht das neue Konzept eine begrünte Außenanlage mit einem kleinen Spielplatz vor.
Die Bauzeit schätzen die Studenten auf etwa zweieinhalb Jahre.
Hohe Hürden für ambitioniertes Projekt
Für das verwahrloste Grundstück gibt es seit Kurzem immerhin eine Vereinbarung zwischen der Stadt Mainz und dem Eigentümer, dem Pflegekonzern Emeis. Wie Oberbürgermeister Nino Haase zuletzt erklärte, wird die Stadt die Reinigung des Umfelds übernehmen und die Kosten dem Eigentümer in Rechnung stellen. Vermittelt hatte diesen Austausch Dieter Grünewald, Vorsitzender der Initiative Neue Mainzer Mitte e.V. (wir berichteten). So klagten Anwohner seit langem über die Zustände. Unter anderem sprach eine Anwohnerin während der Vorstellung des neuen Konzepts von einem „Drecksloch ohne Ende“ mit Ratten und Taubenplagen im Hinterhof.
Doch wie könnte es nun weitergehen? Obwohl der Eigentümer Emeis an einem Verkauf des Areals interessiert sein soll, werde die Umsetzung eines solchen Konzepts beziehungsweise Projekts maßgeblich vom „Preisschild der Immobilie“ abhängen, so die Meinung der Anwesenden, zu denen unter anderen Politiker sowie Anwohner gehörten. So war allen klar, dass der Eigentümer des Grundstücks dieses nicht unter dem Einkaufspreis veräußern wolle. Deshalb gelte es nun schnell in Kontakt mit der Emeis zu kommen. Dieser soll nochmals unter Vermittlung von Grünewald zustandekommen. Somit könnten die Mainzer Studenten auch dem Eigentümer ihr Konzept vorstellen.
Im besten Fall könnte das Konzept auch auf der Immobilienmesse „Expo Real“ in München präsentiert werden, um Investoren zu finden. Auch Ordnungsdezernent Karsten Lange (CDU) begrüßte die Initiative, da Oberbürgermeister Haase das Projekt zur „Chefsache“ erklärt habe.
Als kurzfristige Maßnahme prüft die Stadt nun aber erst einmal, die Fassade mit einer Folie zu verkleiden, um das Erscheinungsbild des „Schandflecks“ zu verbessern.