„Schandfleck“ Große Bleiche: Lösung endlich in Sicht?

Ein Schandfleck in der Mainzer Innenstadt soll sauberer werden. Die Stadt hat sich mit dem Eigentümer des Neubrunnenhofs geeinigt. Nun steht sogar ein Verkauf des Gebäudes im Raum.

„Schandfleck“ Große Bleiche: Lösung endlich in Sicht?

Für den seit Langem verwahrlosten ehemaligen „City-Hotel Neubrunnenhof“ in der Mainzer Innenstadt gibt es eine neue Regelung. In einem Gespräch haben sich Oberbürgermeister Nino Haase (parteilos) und der Eigentümer, der Pflegekonzern Emeis, auf eine Lösung geeinigt. Das teilt die Stadt Mainz mit. Der schlechte Zustand der Immobilie in der Großen Bleiche ist seit geraumer Zeit ein öffentliches Ärgernis – unter anderem wegen Müll und Fäkalien.

Nun soll die Stadt Mainz die Reinigung im Umfeld des Gebäudes übernehmen und die Kosten dafür dem Eigentümer Emeis in Rechnung stellen. „Der Vorschlag, die Reinigung und Wiederherstellung der Sauberkeit im Umfeld des Gebäudes durch die Stadt Mainz ausführen zu lassen – bei Kostenstellung an Emeis – wurde umfassend befürwortet“, berichtet Oberbürgermeister Haase. Erste Reinigungsarbeiten und eine Begehung haben laut dem OB bereits stattgefunden.

Lange habe es auf Kontaktversuche keine Reaktion gegeben, so Haase. Erst ein Personalwechsel bei Emeis im Jahr 2025 habe zu einer kooperativen Ansprechpartnerin geführt. „Bei Problemobjekten wie dem Neubrunnenhof oder auch der Augstinerstraße 22 ist es mir als OB wichtig, dass wir als Stadt hartnäckig sind: Beim letzteren waren wir bereits erfolgreich, beim Neubrunnenhof haben wir nun ebenfalls, wenn auch verzögert, berechtigte Hoffnungen auf Besserung.“

Zusätzlich zur Reinigung wird überlegt, die Fassade mit „attraktiven Mustern“ zu bekleben, um den Leerstand zu kaschieren. „Wir stimmen uns aktuell zu einer Gesamtregelung ab“, so Haase.

Eigentümer will Gebäude verkaufen

In dem Gespräch deutete der Eigentümer Emeis an, das Gebäude verkaufen zu wollen. Das Unternehmen werde das ursprüngliche Bauvorhaben nicht weiterverfolgen, obwohl dafür seit über zwei Jahren eine gültige Baugenehmigung vorliegt. Als Grund werden „geänderte Rahmenbedingungen“ genannt. Die Stadt prüft nun das weitere Vorgehen.