Um an Geld zu gelangen, werden Bettler in Mainz zunehmend aufdringlicher. Nachdem sie Passanten bereits penetrant hinterherlaufen oder ihnen den Weg versperren oder ihnen im Parkhaus auflauern, haben sie nun eine weitere Taktik: Sie sprechen Bankkunden direkt in den Foyers an den Geldautomaten an. Auf Anfrage von Merkurist bestätigen mehrere Mainzer Geldinstitute, dass es bereits zu solchen Vorfällen gekommen ist.
So berichtet die Volksbank Darmstadt Mainz von vereinzelten Kundenmeldungen aus der Innenstadt. Man nehme die Hinweise sehr ernst und habe bereits mit dem Einsatz eines Wachdienstes reagiert, der Personen außerhalb der Öffnungszeiten aus den SB-Bereichen verwies. Auch die Rheinhessen Sparkasse und die Sparda Bank bestätigen, dass solche Situationen vorkommen. Bei Bedarf verweisen Mitarbeiter oder Sicherheitsdienste die Personen aus den Räumlichkeiten.
Banken setzen auf Sicherheitspersonal
Die Sicherheit der Kunden habe für die Geldinstitute oberste Priorität. Die Sparda Bank und die Rheinhessen Sparkasse betonen, dass ihre Mitarbeiter auf die Einhaltung der Hausordnung achten und Personen, die Bankkunden belästigen, zum Gehen auffordern können. Die Volksbank behält sich in Einzelfällen sogar temporäre Schließungen der Foyers vor.
Alle Banken raten ihren Kunden einstimmig zu umsichtigem Verhalten. Man solle am Automaten aufmerksam bleiben, auf ausreichenden Abstand zu anderen Personen achten und die PIN-Eingabe schützen. Wer angesprochen wird, sollte freundlich, aber bestimmt reagieren. Entsteht ein ungutes Gefühl, sei es das Beste, den Vorgang abzubrechen und den SB-Bereich zu verlassen.
Polizei rät zu lautem und bestimmtem Auftreten
Wie der Mainzer Polizeisprecher Rinaldo Roberto erklärt, werden regelmäßig „aggressive Bettler“ gemeldet. Meist sei das Verhalten zwar aufdringlich, aber noch nicht strafrechtlich relevant. Dennoch reagiert die Polizei auf alle Mitteilungen, um mögliche Straftaten wie Taschendiebstahl zu verhindern.
Die Polizei empfiehlt eine generelle Grundvorsicht und rät, Abstand zu unbekannten Personen zu halten und niemanden in die Nähe der eigenen Wertsachen zu lassen. Roberto gibt einen konkreten Tipp: „Fordern sie die Person auf, Abstand zu halten. Bleiben Sie bestimmt und sprechen laut, so dass eventuell Unbeteiligte aufmerksam werden.“ Bei einem akuten Bedrohungsgefühl solle man die Polizei kontaktieren.
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