Masche in Mainz: Bettler setzen sich Passanten in den Weg

Eine dreiste Masche macht in Mainz weiterhin die Runde: Bettler legen sich auf den Gehweg, um Passanten zu blockieren. Das ist nicht nur aufdringlich, sondern auch verboten, wie die Stadtverwaltung erklärt.

Masche in Mainz: Bettler setzen sich Passanten in den Weg

Um an Geld zu kommen, werden professionellen Bettler in Mainz offenbar dreister. Statt still zu sitzen und auf eine Spende zu hoffen, gehen einige mittlerweile dazu über, den Passanten quasi den Weg zu versperren. Dabei legen sich die Bettler, wie nun Leserin Susanne beobachtet hat, „mitten auf den Fußgängerweg“ und nötigen die Bürger somit, an ihnen vorbeizukommen.

Der Stadtverwaltung ist die Masche, wonach sich die Bettler Passanten in den Weg setzen oder legen nicht neu. Sie stellt klar, dass dieses Vorgehen der Bettler auch nicht gestattet ist.

Wie Stadtsprecher Ralf Peterhanwahr bereits im vergangenen Jahr auf Anfrage erklärte, stelle dieses Verhalten eine „allgemeine Gefährdung der Sicherheit und der ‘Leichtigkeit des Verkehrs’“ dar, insbesondere für Fußgänger. Die Stadt duldet diese Taktik daher nicht.

Platzverweise und Verwarngelder

Wer sich Passanten auf diese Weise in den Weg legt, verstößt gegen die Gefahrenabwehrverordnung der Stadt Mainz. Diese verbietet es, „in aggressiver, aufdringlicher, bedrängender, behindernder oder störender Form“ zu betteln. Der städtische Vollzugsdienst reagiert auf solche Fälle mit Platzverweisen und Verwarngeldern.

Genaue Zahlen, wie oft diese spezielle Masche angewendet wird, kann die Stadtverwaltung nicht liefern, da die exakte Form des aggressiven Bettelns nicht einzeln erfasst wird. Im Jahr 2024 wurden insgesamt 145 Verstöße wegen aggressiven Bettelns festgestellt. Für das laufende Jahr rechnet die Stadt bei den Platzverweisen mit einer leicht fallenden Tendenz.

Woher die bettelnden Personen kommen, kann die Stadt nicht sagen. Informationen über deren Herkunft würden statistisch nicht erfasst.

Zur Auseinandersetzung zwischen Passanten und aggressiven Bettlern ist es bisher aber offenbar noch nicht gekommen. Wie die Pressestelle der Stadt mitteilt, seien Fälle, in denen Passanten Bettler wegen dieser Taktik attackiert haben, der Verwaltung nicht bekannt.