Diese Promis waren schon in Worms zu Gast

Nicht nur Terence Hill war schon in Worms zu Gast, auch einige weitere Stars zog es bereits in die Nibelungenstadt. Was sie in Worms erlebt haben.

Diese Promis waren schon in Worms zu Gast

Als eine der ältesten Städte Deutschlands hat Worms bis heute unzählige Gäste begrüßen dürfen, darunter auch einige von Rang und Namen. Ob Schauspieler, Musiker, Literaten, Monarchen und Politiker: Stadtarchivar Dr. Gerold Bönnen brachte in der September-Ausgabe des „Historischen Mittwochs“ in der Stadtbibliothek ein paar „Schlaglichter“ mit und verriet auch so manche Kuriosität über ihre Zeit in der Nibelungenstadt.

So erwies zum Beispiel Napoleon Bonaparte Worms nur zum Pferdewechseln die Ehre, während er im Sommer 1804 seine neuen Departements von Aachen bis nach Speyer besuchte. Der Pfeddersheimer Ortschef protestierte und ließ für Napoleons Durchfahrt die Straßen nicht tadellos herrichten, wofür er daraufhin kurzerhand abgesetzt wurde, erklärt der Stadtarchivar.

Eigener Sohn in Worms entmachtet

Friedrich II. demütigte dem Archivar zufolge 1235 in Worms sogar seinen eigenen Sohn öffentlich und enttrhonte ihn schließlich, weil er sich nicht ihm fügen wollte. Friedrichs Vater Barbarossa (Friedrich I.) verdankt Worms hingegen, bereits 1184 als eine der ersten Städte im Land umfangreiche Freiheitsrechte erhalten zu haben. Die Nibelungenstadt war laut Dr. Bönnen für den Kaiser einer seiner wichtigsten Sitze, am Nordportal des Doms erinnert eine Gedenkinschrift an ihn.

Auch der französische Schriftsteller Victor Hugo machte hier Station, während seiner Rheinreise in den 1830er Jahren. Bönnen zufolge empfand er Worms im Gegensatz zu Mannheim als überaus interessant, wie der Stadtarchivar berichtet. Er soll davon angetan gewesen sein, dass in Worms noch der Charme der Romantik zu spüren gewesen sei, während dieser im modern wirkenden Mannheim bereits total verblasst sei.

Luther, Goethe, Mozart, Schiller

Martin Luther war – wenig verwunderlich – häufiger zu Gast, während Goethe, Mozart und Schiller nur einmal die Stadt bereisten: Goethe wollte 1769 eine junge Geliebte besuchen – ohne Erfolg, weil sie bereits verlobt war. Mozart war 1778 auf der Durchreise, soll hier aber als 22-Jähriger eine lustige Zeit verbracht haben, wie er seiner Mutter per Brief schrieb. Zur Schiller weiß man anhand einer Gedenktafel, dass er 1782 in der Kämmererstraße 27 geschlafen hat.

Paul von Hindenburg kam erst gar nicht an Land, er sah Worms 1930 nur vom Schiff aus. Wilhelm II. ließ sich zur Einweihung des Festspielhauses 1889 blicken, doch so kurz, dass der Kaiser sogar den anschließenden Imbiss links liegen ließ, so Dr. Bönnen. Dafür war 1899 ein russischer Zar in der Stadt, genauer gesagt Nikolaus II. in Begleitung von Ernst Ludwig, dem Großherzog von Hessen, nach dem auch die Wormser Rheinbrücke (die heutige Nibelungenbrücke) ursprünglich benannt wurde.

Mehrere Bundeskanzler und Präsidenten zu Gast

Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger kam zum Bundestagswahlkampf 1969 auf den Weckerlingplatz, zusammen mit Helmut Kohl (hier noch Ministerpräsident) und der Wormser Bundestagsabgeordneten Elisabeth Klee. Zur darauffolgenden Bundestagswahl erschien auch Willy Brandt zum Wahlkampf in Worms – wo die SPD bei eben dieser Wahl 1972 laut dem Stadtarchivar mit rund 60 Prozent ihr bestes Ergebnis in Worms erzielte.

Ludwig Erhard kam 1961 nach Worms, zur Wiedereinweihungsfeier der Synagoge – aber noch nicht als Kanzler, sondern als Minister. Die Synagoge brachte auch weitere bekannte Gäste in die Stadt: zuletzt 2023 Frank-Walter Steinmeier, der sich für das jüdische Worms überaus interessiert haben soll.

Bill Clinton und Terence Hill sogar je zweimal in Worms

Auch Noch-Gouverneur Bill Clinton scheint die Stadtgeschichte bei seinem Besuch im Oktober 1987 imponiert zu haben, da er der Stadtverwaltung schließlich in einem Brief für die Eindrücke dankte. Als US-Präsident war Clinton schließlich nur kurz noch einmal in Worms, nämlich als er 1994 auf dem Flugplatz landete, um in Ludwigshafen Bundeskanzler Helmut Kohl zu besuchen. Kohl konnte man übrigens öfter in der Stadt sehen, sowohl privat als auch als Politiker, berichtet Dr. Bönnen.

Terence Hill war ebenso zweimal zu Gast, zuletzt 2018. Zu diesem Anlass beschloss die Stadtspitze, eine Brücke inoffiziell nach dem Schauspielstar zu benennen (wir berichteten). Unter seinem bürgerlichen Namen Mario Matteo Girotti soll er bereits 1966 Worms gesehen haben, wie ein Besucher des Vortrags erzählt. Mit Schauspielkollegen aus dem Spielfilm „Die Nibelungen“ habe er damals die Stadt besucht.

„Jazz & Joy“ lockte schließlich noch manch hochkarätigen Musiker in die Stadt, darunter im Jahr 2004 Bob Dylan und 2005 Joe Cocker.