Nach fünf Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr in Hessen (wir berichteten) konnten sich die Gewerkschaft Verdi und die Arbeitgeber in der Nacht zum Dienstag auf einen Kompromiss einigen. Damit sind weitere Streiks bei Bus und Bahn vorerst unwahrscheinlich.
Die Erfolge aus Sicht der Gewerkschaft
Wie die Gewerkschaft mitteilt, kam die Einigung in der vierten Verhandlungsrunde in Frankfurt zustande. Ein zentraler Punkt des Ergebnisses ist eine neue Entgeltordnung. Davon profitieren unter anderem Beschäftigte in der Wagenreinigung, Fahrausweisprüfer, sowie Mitarbeiter in der Verwaltung. „Wir konnten bessere Einstufungen erreichen“, erklärte Verdi-Verhandlungsführer Philipp Schumann.
Zudem seien die von den Arbeitgebern geforderten Kürzungen bei der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall abgewendet worden. Auch das Zuschläge zukünftig auf Basis des individuellen Gehalts, und nicht mehr pauschal für alle berechnet würden, sehe Verdi als Erfolg.
Lange Laufzeit und offene Mitgliederbefragung
Allerdings musste die Gewerkschaft auch nachgeben. So wird eine Zulage zur Mitarbeitergewinnung künftig mit Tarifsteigerungen verrechnet. Auch die lange Laufzeit der neuen Entgeltordnung bewertete Schumann als Nachteil: Sie kann erst im Jahr 2031 wieder neu verhandelt werden.
Die Einigung ist noch nicht endgültig. Innerhalb einer Erklärungsfrist führt Verdi nun eine Mitgliederbefragung durch. Erst wenn die Gewerkschaftsmitglieder dem Verhandlungsergebnis zustimmen, tritt der neue Tarifvertrag in Kraft.