Fahrgäste in weiten Teilen Hessens müssen sich am kommenden Wochenende auf massive Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) einstellen. Wie die Gewerkschaft Verdi am Dienstag mitteilte, ruft sie für Freitag, den 27. Februar, und Samstag, den 28. Februar, erneut zu einem bundesweiten Warnstreik auf. Neben Wiesbaden sind auch Frankfurt, Kassel, Gießen und Marburg betroffen.
In Hessen sind rund 5200 Beschäftigte mehrerer Verkehrsbetriebe zum Arbeitskampf aufgerufen. Dazu zählen die ESWE Verkehrsgesellschaft in Wiesbaden und die Stadtwerke Verkehrsgesellschaft in Frankfurt (VGF). Auch die Verkehrsgesellschaften in Kassel, Gießen und Marburg werden bestreikt. In Offenbach soll der Streik nach Angaben von Verdi nur am Freitag stattfinden.
Forderung nach Entlastung für Beschäftigte
Hintergrund des Streiks sind die stockenden Tarifverhandlungen mit den kommunalen Arbeitgeberverbänden. Bundesweit wird für rund 100.000 Beschäftigte in 150 Verkehrsunternehmen verhandelt. Die Gewerkschaft fordert vor allem eine Entlastung der Mitarbeiter durch bessere Arbeitsbedingungen. Konkret geht es um kürzere Wochenarbeitszeiten, bessere Schichtdienste und höhere Zuschläge für die Arbeit in der Nacht und am Wochenende.
„Die Verhandlungen kommen insgesamt kaum voran, obwohl es in einzelnen Bereichen schon vier Runden gab“, sagte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Christine Behle. Die Arbeitgeber würden offenbar nicht verstehen, wie dringend die Arbeitsbedingungen verbessert werden müssten, um die Daseinsvorsorge im ÖPNV langfristig zu sichern. Die Belastung im Fahrdienst sei zu hoch, was das Personalproblem weiter verschärfe.
„Ein klares Signal an die Arbeitgeber“
Die Sprecherin betonte, dass man entschlossen sei, für die Forderungen zu kämpfen. „Die Kolleginnen und Kollegen brauchen dringend Entlastung.“ Die Warnstreiks seien ein klares Signal an die Arbeitgeber.
Bereits am 2. Februar hatte ein bundesweiter Warnstreik den Nahverkehr in mehr als 100 Unternehmen für 24 Stunden lahmgelegt. Die Gewerkschaft rechnet für das kommende Wochenende mit ähnlichen Auswirkungen. Lediglich in Niedersachsen wird nicht gestreikt, da dort noch eine Friedenspflicht gilt.