Die derzeit geschlossene Kindertagesstätte St. Elisabeth in Wiesbaden-Westend soll voraussichtlich Mitte März wieder öffnen. Das teilt die Landeshauptstadt Wiesbaden mit. Die Stadt und das Bistum Limburg haben zugesagt, die notwendigen Sofortmaßnahmen zu finanzieren.
Der Träger der Einrichtung, die katholische Kirchengemeinde St. Bonifatius, soll in Kürze in einer Sondersitzung den notwendigen Beschluss für die Arbeiten fassen. „Uns ist bewusst, welche große Herausforderung die Schließung für die Familien bedeutet. Umso wichtiger ist es, jetzt gemeinsam Verantwortung zu übernehmen und eine verlässliche Lösung zu schaffen“, sagt Sozialdezernentin Patricia Becher (SPD). Bis zur Wiedereröffnung stelle der Träger die Betreuung der Kinder sicher.
Eltern kritisieren Zustand seit Wochen
Die Kita musste wegen erheblicher baulicher Mängel schließen. Bereits im Januar hatten Eltern in einem Brief an den Träger ihre große Sorge über den Zustand der Einrichtung geäußert. Sie berichteten von einem undichten Dach und Feuchtigkeit, die in den Boden eindringt (wir berichteten). Die Unterzeichner befürchteten eine dauerhafte Schließung, die „für die Kinder, die Familien und den gesamten Stadtteil ein schwerwiegender Verlust“ wäre.
Derzeit würde von der Elektroanlage des Gebäudes eine Gefahr für Kinder ausgehen, berichten die Eltern in einem aktuellen Schreiben. Der jetzige Zustand der Notbetreuung in anderen Einrichtungen sei für die Familien und insbesondere für die Kinder nicht tragbar.
Schwerwiegende Mängel
Das Bistum Limburg hatte als Reaktion eine Prüfung angekündigt und eingeräumt, dass das Gebäude alt sei und einen erhöhten Sanierungsbedarf aufweise (wir berichteten). Für eine grundlegende Sanierung sei man jedoch auf eine finanzielle Beteiligung der Stadt Wiesbaden angewiesen, hieß es damals.
Laut einer internen Quelle belaufen sich die Gesamtkosten für die Sanierung wohl auf 3,2 Millionen Euro, wovon das Bistum die Hälfte übernehmen werde. Eine kurzfristige Reparatur der Haus-Elektrik für 80.000 bis 120.000 Euro sei vor dem Hintergrund des undichten Dachs und feuchten Bodens nicht nachhaltig, heißt es von einem anonymen Beteiligten.
Umfassende Prüfung steht noch aus
Parallel zu den nun beschlossenen Sofortmaßnahmen soll die Gebäudesubstanz der Kita umfassend und schnellstmöglich von allen Beteiligten geprüft werden, teilt die Stadt Wiesbaden mit. Ziel sei es, Klarheit über den gesamten Sanierungsbedarf zu erhalten und die weiteren Schritte zu planen. Der kirchliche Träger will die Eltern über den Fortgang der Maßnahmen informieren.