Nachdem Eltern in einem Brief den schlechten baulichen Zustand der Kindertagesstätte St. Elisabeth im Wiesbadener Westend kritisierten, antwortet jetzt der zuständige Träger der Einrichtung. Auf Merkurist-Anfrage kündigte das Bistum Limburg im Auftrag der Pfarrei eine Prüfung der Bausubstanz an – mit offenem Ausgang für den Betrieb der Kita.
In ihrem Schreiben befürchteten die Eltern bereits, dass die Kinderbetreuung entfallen könnte (wir berichteten). „Eine Schließung wäre für die Kinder, die Familien und den gesamten Stadtteil ein schwerwiegender Verlust“, heißt es im Elternbrief. Die Kita werde als „echtes Familienzentrum“ gesehen und die 86 Betreuungsplätze seien in einem Stadtteil mit erhöhtem sozialen Bedarf enorm wichtig. Das Bistum Limburg schreibt auf Anfrage zuerst, es nehme die Sorgen der Eltern sehr ernst.
Bistum: Sicherheit hat oberste Priorität
Ein Pressesprecher des Bistums Limburg teilt am Mittwoch (21. Januar) in einer schriftlichen Stellungnahme mit: „Die Sicherheit der Kinder und der Mitarbeitenden hat jederzeit oberste Priorität“. Deshalb würden nun erneut fachliche Prüfungen der Bausubstanz stattfinden. Eltern schilderten zuvor, dass Wasser durch das Dach in den Boden eindringen würde. Zu den Details könne man zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussage treffen, so der Pressesprecher. Jedoch gibt er zu: „Das Gebäude ist alt und weist einen erhöhten Sanierungsbedarf auf.“
Sollten die Untersuchungen ergeben, dass die Kita nicht mehr sicher genutzt werden kann, würden umgehend Maßnahmen ergriffen. Je nach Ergebnis könne dies auch eine vorübergehende oder dauerhafte Einschränkung des Betriebs bedeuten. Genauer Umfang und Zeitplan der Maßnahmen seien erst nach der Prüfung absehbar, so das Bistum.
Sanierung hängt an der Stadt
Für eine grundlegende Sanierung setzt sich der Träger nach eigenen Angaben schon seit vielen Jahren ein. Größere bauliche Maßnahmen könne die Pfarrei jedoch nicht alleine finanzieren. Ohne eine vertraglich geregelte finanzielle Beteiligung der Stadt Wiesbaden seien umfassende Sanierungen nicht realisierbar, schreibt das Bistum Limburg.
Erst 2021 bewilligte die Stadt Wiesbaden Geld für die Sanierung von Kitas – unter anderem der St. Elisabeth Kita in Westend. Das katholische Bistum trug die Hälfte der Kosten. Eltern hatten sich gewundert, warum damals zwar die Turnhalle und die Sanitäranlagen saniert wurden, die dringenderen Probleme mit Dach und Boden aber unberührt blieben.
Laut Bistum erfolgten diese Maßnahmen auf Grundlage der damals vorliegenden Bewertungen. Eine komplette Kernsanierung sei dies nicht gewesen. Sobald die Ergebnisse der aktuellen Prüfungen vorliegen, will das Bistum erneut informieren und über die nächsten Schritte entscheiden.