Ist die Fußgängerunterführung am Wiesbadener Hauptbahnhof zu dreckig?

Wer durch die Fußgängerunterführung am Wiesbadener Hauptbahnhof geht, spart sich im besten Fall etwas Zeit und bekommt obendrein noch Kunst geboten. Aber wird der Durchgang auch angemessen gereinigt? Manche bezweifeln das.

Ist die Fußgängerunterführung am Wiesbadener Hauptbahnhof zu dreckig?

Wer in Wiesbaden aus Richtung Innenstadt kommt und schnell zum Hauptbahnhof will, der kann entweder die Ampel nutzen oder direkt durch die Fußgängerunterführung gehen. Dort bekommen Passanten und Bahnreisende gleichzeitig auch noch „Glaskunst“ geboten. Doch einige Wiesbadener sind offenbar nicht damit einverstanden, wie es um die Sauberkeit in dem Gang steht. So führt zum Beispiel Leser Jan Peer an: „Warum wird die Fußgängerunterführung nicht mehr gereinigt? Überall ist Kot und Urin.“ Ein anderer Leser meint dagegen: „Ich nutze die Unterführung recht regelmäßig und von ‘überall Kot und Urin’ kann nun wirklich keine Rede sein.“ Doch wie steht es tatsächlich um die Sauberkeit in der Unterführung und wie oft wird sie eigentlich gereinigt?

So viel kostet eine Reinigung

Auf Anfrage von Merkurist teilt die Pressestelle der Stadt Wiesbaden mit, dass die Unterführung wöchentlich gereinigt werde. Zuletzt war die Unterführung Ende September aber einmal für längere Zeit dicht. Und das hatte auch einen bestimmten Grund. „Als die Unterführung fünf Tage geschlossen war, wurde die Reinigung des Scheibenzwischenraumes durchgeführt“, so eine Stadtsprecherin. Damals reinigte das Tiefbau- und Vermessungsamt die Glaskunst.

Dies sei unabhängig von der wöchentlichen Reinigung erfolgt. Doch: „Diese Arbeiten konnten wegen eines Wassereinbruchs noch nicht abgeschlossen werden, so dass die Unterführung für die Restarbeiten demnächst nochmals geschlossen werden muss“, kündigt die Sprecherin an. Außerdem müssten die Gefahrenstellen an den Treppenabgängen beseitigt werden. Auch hier werde die Unterführung demnächst nochmals geschlossen. Generell sei es aber auch nicht geplant, die Intervalle zwischen den einzelnen Reinigungen zu verkürzen. „Der Rhythmus wird beibehalten.“

Dass vor Ort Kothaufen zu sehen seien und es nach Urin stinke, könne die Verwaltung jedoch nicht bestätigen. Unabhängig davon sei in letzter Zeit beobachtet worden, dass Obdachlose vor den Toren der Unterführung kampieren. Grundsätzlich ist eine Reinigung der Unterführung offenbar auch nicht ganz preiswert. Etwa 1800 Euro koste ein solches Unterfangen jedes Mal. Doch ist es nun im Vergleich zu den letzten fünf Jahren von Jahr zu Jahr schlimmer geworden, was die Verunreinigungen in der Unterführung angeht? „Nein“, sagt die Stadtsprecherin. Es sei keine negative Entwicklung feststellbar.