Palasthotel in Wiesbaden soll nun doch verkauft werden

Nach langem Hin und Her empfiehlt der Aufsichtsrat der Eigentümergesellschaft GWW den Verkauf des Wiesbadener Palasthotels. Eine Entscheidung der Stadt steht noch aus.

Palasthotel in Wiesbaden soll nun doch verkauft werden

In der langen Geschichte um die Zukunft des Wiesbadener Palasthotels wird ein neues Kapitel aufgeschlagen. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtet, soll das ehemalige Luxushotel nun doch an einen Investor verkauft werden.

Demnach habe sich der Aufsichtsrat der Eigentümergesellschaft GWW in seiner jüngsten Sitzung für eine Investorensuche ausgesprochen. Damit dies umgesetzt werden kann, müsse die Stadtverordnetenversammlung noch einen entsprechenden Beschluss fassen. Dies solle noch in diesem Jahr geschehen, sodass die Vermarktung des Gebäudes Anfang nächsten Jahres beginnen könne.

Dieser Schritt stellt laut FAZ einen erneuten Richtungswechsel im Umgang mit der Immobilie am Kochbrunnenplatz dar. Ursprünglich habe ein Bündnis aus SPD, Grünen, Volt und Linken beschlossen, das Gebäude nur in Erbpacht zu vergeben. Eine sogenannte Markterkundung habe jedoch ergeben, dass dieses Modell kaum auf Interesse stoße.

Gemischte Nutzung statt Luxushotel

Nachdem sich die politischen Mehrheiten in der Landeshauptstadt mit der Maracuja-Koalition aus CDU, FDP, Grünen und Volt verschoben haben, gilt eine Zustimmung der Stadtverordneten zum Verkauf als wahrscheinlich. Die SPD habe sich in der Vergangenheit gegen einen Verkauf ausgesprochen, da man kein „Tafelsilber“ veräußern wolle. Im letzten Jahr waren unter anderem mehrere Flüchtlingsfamilien in die leeren Wohnungen gezogen (wir berichteten).

Was nach einem möglichen Verkauf aus dem denkmalgeschützten Gebäude werden soll, ist noch offen. Wahrscheinlich sei ein gemischtes Nutzungskonzept aus Wohnen, hochwertigem Seniorenwohnen sowie Gastronomie und Einzelhandel. Ein Fünfsternehotel komme hingegen kaum infrage. Laut Thomas Keller, Geschäftsführer der GWW, sei dies vor allem dem Mangel an Parkplätzen geschuldet. „Es ist für ein Hotel ein Riesenproblem, dass das Gebäude keine Parkplätze hat und man auch keine Tiefgarage bauen kann“, wird Keller zitiert.

Trotzdem gebe es offenbar mehrere Interessenten, darunter eine Stiftung, die Erfahrung in der Sanierung solcher Immobilien habe. Wer auch immer den Zuschlag erhalte, müsse mit hohen Kosten rechnen. Keller schätze die Sanierungskosten je nach Nutzung auf bis zu 50 Millionen Euro. Erst vor einem Jahr war die teure Sanierung geplant, die Stadt schreckte jedoch vor den Kosten zurück.