Die Ziegen aus dem Mainzer Stadtpark haben ein neues Zuhause gefunden. Einigen Merkurist-Lesern war das verwaiste Gehege bereits aufgefallen, nun hat das Grün- und Umweltamt der Stadt Mainz die Umsiedlung in den Gonsenheimer Wildpark bestätigt. Dem war der Tod der ältesten Ziege „Ohne Horn“ vorausgegangen. Die afrikanische Zwergziege ist nach Angaben des Umweltamtes am 24. Juli verstorben.
Da es sich bei Ziegen um Herdentiere handelt, sei die Entscheidung gefällt worden, die verbliebenen zwei Ziegen nach Gonsenheim umzusiedeln. „Im Wildpark können die beiden Thüringer Waldziegen artgerecht in einer großen Gruppe von nun elf Tieren ihr ausgeprägtes Sozialverhalten leben“, so das Umweltamt. Der Umzug sei jedoch auch ohne den Tod von „Ohne Horn“ unvermeidlich gewesen. Nach Angaben des Umweltamtes wird es ab Herbst dieses Jahres eine Großbaustelle in der Nähe des Stadtpark-Geheges geben. Ein Verbleib der Ziegen wäre aus Tierschutzgründen nicht möglich gewesen.
Fellfärbung als Erkennungsmerkmal
In Gonsenheim leben die Stadtpark-Ziegen nun nicht nur mit anderen Thüringer Waldziegen, sondern auch weiteren Ziegenarten zusammen. Laut Umweltamt sind Thüringer Waldziegen auf Grund eines fehlenden „Aalstrich“, der Fellfärbung entlang der Wirbelsäule, zu erkennen. Die bedrohte Nutztierrasse gehöre seit 2011 zum Bestand des Tierparks und habe am Standort schon einige Nachzuchten hervorgebracht.
Zur Frage, ob das Gehege im Stadtpark in Zukunft wieder besiedelt werde, machte das Umweltamt keine Angaben. Im vergangenen Jahr mussten sich die Mainzer bereits von den Flamingos verabschieden, die zuvor über 60 Jahre lang in einem angrenzenden Gehege im Stadtpark wohnten (wir berichteten). Mit dem Umzug der Ziegen ist das Vogelhaus im oberen Teil des Stadtpark das einzig verbliebene bewohnte Gehege des Zoostandorts Stadtpark.