Mehrere Mainzer Stiftungen und Naturschutzvereine* begrüßen die Drohnenshow beim Johannisfest. Das teilen die Organisationen in einer gemeinsamen Erklärung mit.
„Wir danken OB Nino Haase und Umweltdezernentin Janina Steinkrüger ausdrücklich dafür, dass sie standhaft geblieben sind und eine Drohnenshow statt eines Feuerwerks beim Johannisfest befürwortet haben“, sagt Jürgen Weidmann, Vorsitzender des Arbeitskreises Umwelt Mombach.
Als Grund für die Unterstützung nennen die Tierschützer die Nähe des Veranstaltungsortes zu wichtigen Schutzgebieten. Laut der Umweltexpertin Sonja Gärtner sind die dem Rheinufer vorgelagerte Insel Petersaue und große Teile der Wasserfläche ein internationales Vogelschutzgebiet. Zusammen mit dem Landschaftsschutzgebiet Maaraue sei die Gegend Lebensraum für mehr als 70 Vogelarten. „Die Mainzer Neustadt ist Schwerpunkt sogenannter Gebäudebrüter; in Fassaden und Dachtraufen leben zum Beispiel Sperlinge, Hausrotschwänze und Fledermäuse“, so Gärtner.
Tiere leiden unter Feuerwerk
Die vom Schaustellerverband angeführten Argumente halten die Tier- und Naturschützer für nicht überzeugend. Der Verweis auf die Haustiere der Schausteller sei irreführend. Diese Tiere seien zwar ständig in der Nähe von lauten Festen und Feuerwerken, eine ähnliche Gewöhnung könne man bei einem Wildtier oder einem normalen Haustier in der Stadt aber nicht erwarten. Diese Tiere seien nur ein- oder zweimal pro Jahr von solchen Ereignissen betroffen und würden deshalb umso mehr leiden.
Uli Walter, stellvertretender Vorsitzender der Stiftung Störche und Sand – Mainzer Naturschätze, erklärt: „Es ist nicht nachvollziehbar, dass Feuerwerke in der Brutzeit und der Nähe zu Schutzgebieten abgehalten werden. Als Stiftung für Naturschutz freuen wir uns, dass dieser überholte Brauch Stück für Stück reduziert wird. Eine weitere, verbesserte Drohnenshow scheint uns hier der angebrachtere Weg.“
*Sylvia und Hubert-Schneider Gedenkstiftung für Natur- und Tierschutz, Stiftung Störche und Sand – Mainzer Naturschätze und Arbeitskreis Umwelt Mombach e.V.