„Kein Wow-Effekt“: Schausteller rechnen mit Mainzer Drohnen-Show ab

Die Drohnen-Show zur Mainzer Johannisnacht fiel bei vielen durch. Jetzt fordert der Vorsitzende der Schausteller eine Rückkehr zum Feuerwerk und warnt vor den Konsequenzen für das Traditionsfest.

„Kein Wow-Effekt“: Schausteller rechnen mit Mainzer Drohnen-Show ab

Nach dem Ende der Mainzer Johannisnacht am vergangenen Montag reißt die Kritik an der Drohnen-Show nicht ab. Während die Stadt von einem „spektakulären Abschluss“ sprach, zeigten sich viele enttäuscht (wir berichteten). Nun meldet sich der Vorsitzende der Mainzer Schausteller, Marco Sottile, zu Wort. Im Gespräch mit Merkurist fordert er ein Umdenken für das kommende Jahr.

Die Lichtershow mit 400 Drohnen, die Motive aus der Mainzer Sportwelt an den Himmel projizierte, habe einfach keinen „Wow-Effekt“ gehabt, so Sottile. Er verweist auf die Reaktionen der Besucher vor Ort und in den sozialen Medien. „Viele, die vor Ort am Rheinufer waren, haben nicht bis zum Ende der Show gewartet und sind gegangen“, berichtet der Schausteller-Vorsitzende.

„Wieder den Weg zurück zum Feuerwerk gehen“

Für Sottile ist die Lösung klar: Mainz sollte zur Johannisnacht 2027 wieder ein klassisches Feuerwerk veranstalten. Dies wäre keine Blamage für die Stadt, sondern eine konstruktive Reaktion auf das Feedback der Bürger. Er verweist auf andere Städte wie Worms, Düsseldorf oder Orte in Luxemburg, die nach ähnlichen Versuchen wieder zum Feuerwerk zurückgekehrt seien, weil es bei den Menschen besser ankomme.

Die Schausteller appellieren an die Stadt, auf ihre langjährige Erfahrung zu hören. „Wir waren diejenigen, die damals von Anfang an dabei waren, als die Stadt die Idee hatte, die ‘Johannisnacht’ ins Leben zu rufen“, sagt Sottile. Seine Kollegen (etwa 300 Betriebe) und er, die ihren Beruf mit viel Herzblut ausübten, würden sich einen Dialog mit der Verwaltung und Oberbürgermeister Nino Haase wünschen, so Sottile. „Ich habe so ein bisschen das Gefühl, dass sich Nino Haase auch persönlich etwas angegriffen fühlt, wenn man die Drohnenshow kritisiert. Aber das muss er überhaupt nicht.“

Sorge um Zukunft des Mainzer Traditionsfestes

Hinter der Forderung stecken auch handfeste wirtschaftliche Sorgen. Gerade der Montag sei entscheidend, um noch einmal Besucher, auch von außerhalb der Stadt, nach Mainz zu locken. Ein Feuerwerk habe da eine deutlich größere Anziehungskraft als die Drohnen-Show. Angesichts steigender Kosten für Standmieten, Strom und Diesel sei ein guter Umsatz aber überlebenswichtig. Sottile warnt: „Da fragen sich natürlich die Besitzer der großen Fahrgeschäfts-Attraktionen, ob sie Mainz überhaupt noch anfahren, wenn immer weniger Besucher auf das Fest kommen und der Umsatz wegbricht.“ Es wäre eine Schande, wenn man das alles kaputt mache. Zudem sei ein Feuerwerk günstiger als eine Drohnen-Show. Auch das Umweltargument lässt Sottile nicht gelten: Hochwertige Feuerwerke würden nur so viel CO2 produzieren wie ein 3,5-Kilogramm-Sack Holzkohle.

Ungeachtet der aktuellen Diskussion kündigte die Stadt in der vergangenen Woche an, das Feedback der Bürger auf die Drohnenshow abwarten zu wollen. Oberbürgermeister Haase sagte zur Lichtshow: „Ich denke, wir haben deutlich eine Schippe draufgelegt und werden wie bereits im vergangenen Jahr auch die Rückmeldungen auswerten.“