Deutscher Fleischkongress in Mainz: Proteste gehen weiter

Proteste am Dienstag

Deutscher Fleischkongress in Mainz: Proteste gehen weiter

Vor der Rheingoldhalle geht am Dienstagabend der Protest gegen den Deutschen Fleischkongress in Mainz weiter. Bereits am Morgen hatten Aktivisten vor Ort für Aufsehen gesorgt.

Greenpeace-Aktivisten hatten sich am Dienstagmorgen von der Mainzer Rheingoldhalle abgeseilt, um ihren Protest gegen den Kongress zum Ausdruck zu bringen. Die Aktivisten spannten dabei ein knapp 160 Quadratmeter großes Banner an der Front der Rheingoldhalle zum Jockel-Fuchs-Platz auf. Darauf stand „Zukunft nicht verwursten!“. Oberhalb des Banners stellten sich gegen 9 Uhr zwei der Greenpeace-Leute auf das Dach der Rheingoldhalle, um sich abzuseilen. Außer den Greenpeace-Aktivisten waren auch noch Vertreter der Organisation Animal Rights Watch an der Rheingoldhalle. Sie trugen Transparente und Plakate über die Rheinstraße, wenn die Ampel ihnen Grün zeigte.

Matz betont positive Seiten

Gegenüber Merkurist hatte die Mainzer Ordnungs- Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz (CDU) bereits am Montagabend erklärt: „Für Mainz ist es positiv, dass ein solch großer Kongress hier stattfindet. Schließlich werden hunderte Teilnehmer:innen und Tagesgäste erwartet. Davon profitiert unsere heimische Wirtschaft in großem Maße – die Hotellerie, der Handel, die Gastronomie, das Taxigewerbe, kulturelle Einrichtungen usw.“ Wie Matz weiter erklärte, würde sie den Deutschen Fleischkongress auch wieder in Mainz stattfinden lassen. Zudem hob Matz hervor, dass auch Fleischalternativen, die digitale Transformation und Tierwohl Teil des Kongresses in Mainz seien. Den Protest der Aktivisten gegen den Kongress nannte die Dezernentin außerdem „legitim“.

Gegen 18 Uhr übergaben Aktivisten eine Petition an Matz, in der sie die Stadt Mainz dazu auffordern, den Deutschen Fleischkongress künftig nicht mehr in Mainz zuzulassen. Laut Angaben der Demonstranten hätten rund 24.000 Menschen den Aufruf unterzeichnet. Manuela Matz erklärte im Gespräch mit den Aktivisten, die Petition zu prüfen und mit Oberbürgermeister Nino Haase (parteilos) zu diskutieren.

Hintergrund

Beim Deutschen Fleisch-Kongress 2023 kommen Top-Vertreter aus der Fleischindustrie mit Wirtschaftsexperten und Politikern zusammen. Thematisiert werden sollen die „existenziellen Herausforderungen“, die inzwischen auf die Branche zukommen würden. Auf der Website des Kongresses heißt es unter anderem: „Neben den aktuellen, relevanten Themen legen wir in diesem Jahr ganz besonderes Augenmerk auf die offene, konstruktive und stufenübergreifende Diskussion, auf neue Lösungsansätze, konkrete Innovationen und Best-Practice-Beispiele.“ Zudem solle der Kongress Unternehmer aus der Fleischindustrie dabei unterstützen, den Weg in eine „nachhaltig erfolgreiche Zukunft zu bestreiten“.