In der Nacht auf Freitag haben Aktivisten der Gruppe „Widerstandskollektiv Mainz“ mehrere Stadtbrunnen grün gefärbt. Das teilt die Gruppe selbst am Morgen mit. Betroffen sind demnach der Fastnachtsbrunnen und der Brunnen am Höfchen.
Protest gegen Gaskraftwerke
Daneben haben sie mit Sprühkreide auf den Boden geschrieben: „Sauberes Gas ist eine dreckige Lüge“ und „Gaskraftwerke: Nicht so Mainz!“. Die Aktion ist nach Angaben der Gruppe eine Reaktion auf die kürzlich bekannt gewordene Baugenehmigung für ein weiteres Gaskraftwerk auf der Ingelheimer Aue. Die Aktivisten fordern von Oberbürgermeister Nino Haase den „sofortigen Stopp des Gasprojekts“, wie sie weiter mitteilen.
„Lächerlich“ sei die Behauptung Haases, die Pläne für noch ein weiteres Gaskraftwerk stünden nicht im Widerspruch zu den Klimazielen der Stadt Mainz. „Wenn das Gaskraftwerk wie genehmigt gebaut wird, ist das Ziel der Stadt, bis 2035 klimaneutral zu sein, nicht zu halten“, so eine Aktivistin. Stattdessen sei die Energieversorgung somit „auf Jahrzehnte abhängig von fossilen Importen“. Die Gruppe bezeichnet den Plan daher als „Greenwashing“.
Als Alternative nennt das Kollektiv etwa Batteriespeicher. Dieser würde die Innenstadt auch weniger aufheizen als die geplanten Gaskraftwerke.
Für die Grünfärbung verwendet hat die Gruppe nach eigenen Angaben Uranin. Dabei handelt es sich um einen ungiftigen, fluoreszierenden Farbstoff, der sich im Sonnenlicht innerhalb einiger Stunden rückstandslos zersetze.