Lessingplatz, Zagrebplatz, und jetzt auch der Goetheplatz? Viele Mainzer Spielplätze sind in die Jahre gekommen, das Holz, aus dem die Spielgeräte bestehen, ist marode geworden. Die Folge: Immer mehr Spielgeräte werden abgebaut.
Begonnen hatte das Ganze auf dem Zagrebplatz in Mainz-Hechtsheim, einem der größten Spielplätze der Stadt. Statt Schaukel ragten nur noch Holzstümpfe aus dem Boden, auch das Klettergerüst war plötzlich verschwunden. Aus Sicherheitsgründen, sagte die Stadtverwaltung.
Die Spielgeräte waren von einem Pilz befallen, stark verwittert und boten keine ausreichende Standsicherheit mehr (wir berichteten). Noch vor einem Jahr hieß es, dass kein Geld für neue Spielgeräte da sei. Ähnlich ist die Situation auf dem Lessingplatz in der Mainzer Neustadt.
Ersatzbauten aus Entschädigungszahlungen finanziert
Doch Anfang Juni dann die Kehrtwende: Es seien doch Gelder aus dem Haushaltsansatz „Kinderfreundliches Mainz“ veranschlagt. Finanziert werden sollten die Ersatzbauten aus Entschädigungszahlungen, die der Stadt Mainz wegen Fluglärms zugesagt worden waren. Allein für den Zagrebplatz sollten 100.000 Euro bereitgestellt werden, für ein neues Spielgerät auf dem Lessingplatz 75.000 Euro.
Doch vom Goetheplatz war bislang nicht die Rede. Auch hier wird das Holz nicht mehr lange halten, bestätigt die Pressestelle der Stadt Mainz auf Merkurist-Anfrage. Die Stämme des „Stangenwaldes“ wurden bereits eingekürzt, eine Hängematte aus Seilen, die sich zwischen zwei Stämmen befand, wurde entfernt.
Fäule und Pilzbefall
Bei einer Untersuchung seien hier „erhebliche Mängel zur Standsicherheit“ festgestellt worden, so ein Sprecher. Das betreffe alle Holzspielgeräte, die nach über 20 Jahren altersbedingt abgenutzt seien und somit „nicht mehr wirtschaftlich sinnvoll zu reparieren sind“. Auch hier sei Fäule und Pilzbefall festgestellt worden.
Wahrscheinlich, so heißt es von Seiten der Stadt weiter, müssten auch die anderen Spielgeräte auf dem Goetheplatz bald abgebaut werden, spätestens im nächsten Jahr. Geld für Ersatz aufzutreiben wird aber erst einmal schwierig. Es stünden „leider nicht ausreichenden Mittel zur Verfügung, um zeitnah alle Spielplatz-Sanierungen anzugehen“. Projekte müssten priorisiert werden. Dazu erarbeite die Verwaltung jedes Jahr einen Vorschlag, wie die Gelder zugeteilt werden könnten. Dieser werde dann den Gremien vorgelegt, die dann darüber entscheiden.
Wie über den Goetheplatz entschieden wird, könne man daher noch nicht sagen. Man sei sich aber in der Verwaltung darüber bewusst, welche Bedeutung der Goetheplatz habe, versichert die Pressestelle.
Beim Zagrebplatz in Hechtsheim und beim Lessingplatz in der Neustadt rechne man derweil damit, dass die neuen Spielgeräte „spätestens zur Freiluftsaison 2027“ genutzt werden könnten.