Leerstände in Mainz: Große Hoffnung für Listmann, Fragezeichen bei Wirth

Ende 2025 haben die Mainzer Traditionsläden Wirth und Listmann geschlossen. Während es für einen Standort viele Interessenten gibt, könnte beim anderen die Stadt selbst als Nutzerin einspringen.

Leerstände in Mainz: Große Hoffnung für Listmann, Fragezeichen bei Wirth

Für die Mainzer Innenstadt waren es im letzten Jahr schlechte Nachrichten: Mit dem Kinderladen Wirth und dem Kreativ- und Schreibwarenladen Listmann haben zum Jahresende gleich zwei Traditionsgeschäfte für immer geschlossen. Auch wenn die beiden Betriebe aus unterschiedlichen Gründen zumachten, war dies ein herber Schlag für den Einzelhandelsstandort Mainz. Nachfolger für beide Geschäfte gibt es bisher aber nicht, auch wenn bereits ein Gerücht die Runde machte. Wie es aktuell um die Leerstände bestellt ist, hat der Mainzer Oberbürgermeister Nino Haase im Gespräch mit Merkurist verraten.

Einige Interessenten

Wie der OB sagt, seien die Traditionsgeschäfte auf der einen Seite „wichtige Anker“ gewesen, deren Verlust sehr traurig macht. Auf der anderen Seite zeige das auch, dass viele Menschen zum Beispiel den Kinderladen nicht mehr so regelmäßig wie früher besucht haben. Das habe viele Gründe: Generell habe es der stationäre Spielwarenhandel aktuell schwer, so Haase. „Anders bei Listmann, wo mir der Betreiber klar gesagt hat, dass die Filiale in Mainz mit Abstand die bestlaufende Filiale war.“ Hier seien es eher familiäre Gründe gewesen, die zur Geschäftsaufgabe geführt haben.

Der Standort Listmann sei jedenfalls hochattraktiv „und es gab bereits einen Tag nach Bekanntwerden der Schließung erste Interessenten, die sich als mögliche Nachfolger gemeldet haben“. Was diesen Standort angeht, sei er also zuversichtlich, sagt Haase. Beim Wirth-Gebäude müsse man sehen, was die Zukunft bringt. „Ich könnte mir auch vorstellen, dass wir als Stadt das Gebäude nutzen könnten. Zumindest prüfen wir das bei Leerständen regelmäßig.“

Dass dort, wie von einer Initiative gefordert, eine Bibliothek einzieht, sei wegen der Statik des Gebäudes schwer vorstellbar, gibt der OB zu bedenken. Den Standort Fuststraße habe er daher bewusst prüfen lassen und dem Stadtrat vorgelegt, „da wir dort von Grund auf mitgestalten können und gleichzeitig die Innenstadt attraktiv mit einem Frequenzbringer entwickeln“.