„Der Dreck stand im Laden“: Ärger um Reinigungsarbeiten in Mainz

Die Aktion „Mainz glänzt“ soll die Innenstadt verschönern. In der Lotharstraße führte die Reinigung aber zu Ärger: Dort ist das Pflaster nun sauber. Doch das Dreckwasser sorgte auch für schmutzige Schaufenster und einen überschwemmten Verkaufsraum.

„Der Dreck stand im Laden“: Ärger um Reinigungsarbeiten in Mainz

Mit der großangelegten Aktion „Mainz glänzt“ will die Verwaltung aktuell für mehr Sauberkeit in der Innenstadt sorgen (wir berichteten). Den Anfang machte am Mittwoch nun die Lotharstraße. Dort war die Stadtreinigung mit einem Spezialgerät im Einsatz, um die Pflastersteine zu reinigen.

Doch die eigentlich gut gemeinte Putzaktion sorgte letztlich bei einigen Geschäftsleuten für Ärger. Denn der mit Hochdruckreinigern von der Straße gelöste Schmutz landete direkt an den Schaufenstern der umliegenden Geschäfte.

Dreckwasser läuft in Innenraum

Davon betroffen war am Mittwoch auch die Metzgerei Harth. Dort lief das Schmutzwasser sogar unter den Türen hindurch in den Verkaufsraum. „Diese Aktion geht einfach gar nicht, der Dreck stand im Laden, alle Scheiben sind beschmiert bis unter das Dach“, sagt Jennifer Oberst-Harth gegenüber Merkurist. Schutzmaßnahmen von Seiten der Stadtreinigung habe es nicht gegeben. Zudem habe man in keinem der Geschäfte in der Nachbarschaft gewusst, dass solche Arbeiten durchgeführt werden sollten.

Dass die Reinigungsarbeiten nicht ganz ohne Unannehmlichkeiten für die angrenzenden Geschäfte ablaufen würden, war offenbar auch Oberbürgermeister Nino Haase klar. „Wo gehobelt wird, fallen Späne“, sagte Haase in einem Video auf Instagram mit Blick auf die Aktion. Er kündigte aber gleichzeitig an, dass die „einigen Spritzer“, die an die Schaufenster gehen, entfernt würden. „Wir wollen ja am Ende, dass es überall glänzt.“

Doch dies klappte am Ende nicht so wirklich. Wie Jennifer Oberst-Harth sagt, seien später tatsächlich Mitarbeiter der Stadtreinigung mit Sprühflaschen und Abziehern vorbeigekommen. Gebracht habe dies jedoch nicht viel. Die Scheiben seien schmutzig geblieben.

Wenig später dann aber die Wende: „Gegen Mittag meldete sich die Stadtreinigung und hat sich entschuldigt. Außerdem wollen sie eine professionelle Reinigung übernehmen“, sagt Oberst-Harth. Auch wenn es nun zu diesen Problemen kam, findet sie die Reinigungsarbeiten grundsätzlich positiv. Die Aktion sei gut gemeint, aber nicht ganz so gut umgesetzt worden, lautet ihr Fazit.