Die Stadt Mainz hat große Pläne für den zweiten Bauabschnitt der Mainzer Rheinufer-Sanierung: Der 700 Meter lange Uferbereich von der Tiefgarage am Rhein bis zum Beginn des Zollhafens soll in drei Abschnitten entsiegelt und aufgewertet werden (wir berichteten). Wie der rheinland-pfälzische Innenminister Michael Ebling (SPD) und Oberbürgermeister Nino Haase (parteilos) am Dienstag mitteilen, übernimmt das Land nun 90 Prozent der Kosten für das Projekt.
Maximale Förderung in Millionenhöhe
Für den zweiten Bauabschnitt rechnet die Stadt mit rund 20 Millionen Euro Kosten. Die Sport- und Wiesenanlagen am Kaisertor und der Landschaftsbau wurden bisher konkret mit 17 Millionen Euro veranschlagt. Ohne Mittel vom Land könne das Projekt nicht gestemmt werden, sagte Haase damals und erwartete wie bei vergangenen Projekten eine Förderung von 60 bis 90 Prozent.
Dass die Finanzausstattung der Stadt Mainz verbessert werden muss, darin bestand große Einigkeit in den jüngsten Gesprächen zwischen Ministerpräsident Schweitzer, Innenminister Ebling und mir.“ so der Oberbürgermeister. Sofern bei einem Vorhaben besonderes Landesinteresse bestehe und/oder Kommunen sich in einer besonders schwierigen Haushaltslage befinden, sei in besonderen Fällen auch ein Fördersatz von bis zu 90 Prozent möglich, schreibt das Ministerium des Innern und für Sport des Landes Rheinland-Pfalz in der Programmausschreibung 2025. Dieser maximale Fördersatz wurde jetzt für das Mainzer Rheinufer bewilligt.
Das Bund-Länder-Programm „Wachstum und nachhaltige Entwicklung – Nachhaltige Stadt“ umfasste letztes Jahr rund 80 Millionen Euro. Die Förderung existiert, um innerstädtische Bereiche mit besonderem städtebaulichem, wirtschaftlichem oder demografischem Erneuerungsbedarf zu entwickel und zu erneuern, so das Innensministerium. Auch die Entwicklung von Grünflächen in der Stadt, die Aufwertung innerstädtischer Freiräume und Anpassungen an den Klimawandel werden mit dem Programm gefördert.
Das ist am Rheinufer geplant
Die Pläne vom Mainzer Landschaftsarchitekturbüro „Bierbaum.Aichele“ die vor rund einem Jahr vorgestellt wurden, würden sehr gut in das Programmprofil des Förderprogramms passen, so Innenminister Ebling. Wie Merkurist berichtete, ist ein Beachvolleyballfeld am Rhein sowie ein Calisthenics-Park mit Sportgeräten geplant. Der Skatepark am Kaisertor soll zu einer Skate-Plaza erweitert und das Basketballfeld aufgewertet werden. Außerdem sollen 2000 Quadratmeter auf dem Rheinuferabschnitt entsiegelt werden und circa 90 neue Bäume hinzukommen.
Der zweite Teil des Abschnitts bis zur Caponniere wird zum Bürgerpark. Geplant sind dort große Rasenflächen und Sitzstufen von der Frauenlobbarke bis zum Rhein. Mehrere Rampen sorgen für Barrierefreiheit entlang des gesamten Rheinufers. Direkt am Rhein sieht der Entwurf Balkone über dem Fluss vor – begehbare Holzplattformen, die über die Kaimauer hinausragen.
Schließlich sollen von der Caponniere bis zum Beginn des Zollhafen-Areals Spiel- und Gemeinschaftsangebote im Fokus stehen. Ein großer Spielplatz und ein Garten werden in den Plänen erwähnt. Die Umgestaltung entlang des Rheinufers betrifft auch Kaiserstraße und Kaisertor sowie die Rheinallee und Taunusstraße.
Schnelle Umsetzung trotz Bedenken
Offen bleibt vorerst, welche Auswirkung die Umgestaltung für die Parkplätze in der Taunusstraße und am Kaisertor haben werden. Einen vollständigen Wegfall konnte Verkehsdezernentin Janina Steinkrüger (Grüne) nicht ausschließen, was Ärger bei Anwohnern der Taunusstraße auslöste. Außerdem ungeklärt bleibt die Führung des Radverkehrs. Das Riesenrad und andere Fahrgeschäfte bei Rheinfesten brauchen einen neuen Stellplatz, wenn die versiegelte Fläche vor dem Skate-Park wegfällt. Eine konkrete Ausweichmöglichkeit nannte die Stadt bisher nicht.
Die Umsetzung schreitet trotz offener Frage schnell fort. Laut Innenminister Ebling sind erste Baumaßnahmen sehr rasch möglich: „Die Stadt kann mit der weiteren Aufwertung des Rheinufers loslegen. Die vorgelegten Planungen der Stadt sind außerordentlich gelungen und bieten einen echten Mehrwert“, so Ebling. Ab 2027 sollen die Bauarbeiten im ersten Bereich rund um das Kaisertor starten.