Rosenmontagszug kann stattfinden

Entscheidung im Mainzer Stadtrat gefallen

Rosenmontagszug kann stattfinden

Jetzt ist es amtlich: Die Finanzierung des Mainzer Rosenmontagsumzugs 2024 ist gesichert. Der Stadtrat genehmigte in seiner heutigen Sitzung den Zuschuss der Stadt Mainz von bis zu 200.000 Euro ohne Gegenstimmen. Auch der Zug der Finther Lebensfreude wird mit bis zu 20.000 Euro bezuschusst.

Hannsgeorg Schönig, Präsident des Mainzer Carneval-Vereins (MCV), nahm als CDU-Stadtratsmitglied ebenfalls an der Sitzung teil – stimmte jedoch aufgrund seiner Rolle beim MCV nicht selbst ab. Nach dem einstimmigen Abstimmungsergebnis richtete er emotionale Worte an den Stadtrat: „Ich möchte Ihnen im Namen des MCV ausdrücklich danken. Nur dank diesem Beschluss sind wir in der Lage, eine Tradition zu organisieren, die seit 186 Jahren besteht.“

Defizit beim MCV

Außerdem verteidigte er den MCV gegenüber Vorwürfen von Intransparenz – und teilte Kritik aus. „Ich möchte mir aber auch noch die Bemerkung erlauben, dass ich es schade finde, dass durch die undifferenzierte Berichterstattung in der lokalen Zeitung, die zwischen Defizit und Kosten nicht differenzieren kann, wohl in der Ortsbeiratssitzung der Mainzer Altstadt der Eindruck entstanden sein könnte, als gäbe es hier keine Transparenz oder als würde hier irgendwas undurchsichtig gehandhabt.“ Bei der Antragstellung werde der MCV „selbstverständlich alle erforderlichen Zahlen offen legen“.

Wie Merkurist berichtete, ging der MCV für die Kampagne 23/24 von einem Defizit von 250.000 Euro aus. Grund dafür sind vor allem steigende Sicherheitskosten. Ohne den Stadt-Zuschuss hätte der Rosenmontagsumzug in diesem Jahr vermutlich nicht stattfinden können.

Schon vorher Zustimmung des OB

Oberbürgermeister Nino Haase (parteilos) hatte sich schon im Vorfeld für den Zuschuss ausgesprochen. Ein Rosenmontagszug, der wegen fehlender finanzieller Mittel nicht stattfindet, sei undenkbar. „Daher haben wir uns in langen und intensiven Gesprächen mit dem MCV darauf geeinigt, dass die Landeshauptstadt Mainz eine finanzielle Förderung für die Brauchtumspflege in Höhe von bis zu 200.0000 Euro pro Kampagne gewähren wird.“ Die Fastnacht habe wirtschaftlich viele positive Auswirkungen, sei es durch Kartenverkäufe, Hotelübernachtungen oder die verstärkte Nutzung der Gastronomie.

Die Verwaltung knüpft an die Förderung für den MCV eine Auflage: Der Verein muss gemeinsam mit der Verwaltung prüfen, ob und wie die Straßenfastnacht nachhaltiger aufgestellt werden kann. Dabei geht es vor allem um das Abfallproblem.

Weil der Stadtrat aber über jede Haushaltsentscheidung abstimmen muss, war bis heute noch unklar, ob die Finanzierung des Umzugs für dieses Jahr gesichert ist.