Willkommen in der Bundesliga

Seit dieser Saison wird am Mainzer Bruchweg auch Frauen-Bundesligafußball gespielt. Fan-Kolumnistin Felicitas Budde blickt auf den Start in die Premierensaison und auf das anstehende Traumspiel am 18. September in der Mewa Arena.

Willkommen in der Bundesliga

Drei Spiele, drei Niederlagen, 1:8 Tore. Der Start der 05-Frauen in ihre erste Bundesliga-Saison hätte sportlich sicherlich besser laufen können. Dass es als Aufsteiger eine Weile dauern kann, bis man in der höchsten Spielklasse angekommen ist, dürfte niemanden überraschen.

Statt Warbeyen und Meppen stehen Bayern München und der VfL Wolfsburg auf dem Spielplan. Fehler, die eine Liga tiefer vielleicht noch folgenlos blieben, enden jetzt gerne im eigenen Tor. Eine gewisse Eingewöhnungszeit gehört also dazu.

Die ersten beiden Spiele ließen sich entsprechend noch ganz gut einordnen. Gegen Bremen gab es ein knappes 1:2, beim FC Bayern ein respektables 0:2. Gerade in München hielt Mainz lange dagegen. Keine Punkte, aber durchaus das Gefühl: Das könnte schon funktionieren.

Dann kam Köln. Das 0:4 am Bruchweg war der erste Nachmittag dieser Bundesliga-Saison, an dem der Klassenunterschied ziemlich unangenehm sichtbar wurde. Und das ausgerechnet gegen einen Gegner, der nicht FC Bayern heißt. Mainz kam kaum nach vorne, die Angreiferinnen hingen häufig in der Luft und viele lange Bälle kamen ungefähr so schnell zurück, wie sie nach vorne geschlagen worden waren.

Auch Trainer Takashi Yamashita fand nach dem Spiel deutliche Worte. Köln sei zweikampfstark gewesen, habe intensiv gegen den Ball gearbeitet, Tempo gezeigt und vertikal gespielt. Genau dafür soll eigentlich auch Mainz 05 stehen. Und da ist auch Taka und das Trainerteam gefragt. Natürlich ist Vorsicht für einen Aufsteiger erst einmal verständlich. Wer in der Bundesliga aber nur darauf bedacht ist, möglichst wenig falsch zu machen, macht es sich irgendwann selbst schwer.

Genauso wenig besteht allerdings Grund, nach drei Wochen schon den Bundesliga-Untergang auszurufen. Diese Mannschaft lernt gerade eine komplett neue Liga kennen. Rückschläge gehören dazu. Entscheidend ist, was danach kommt. Und für alle Mainz 05-Fans kommt bald etwas ziemlich Großes.

Am 18. September empfängt Mainz 05 Eintracht Frankfurt. Nicht am Bruchweg, sondern in der Mewa Arena. Zum ersten Mal spielt die Frauen-Mannschaft von Mainz 05 vor dieser Kulisse und dann gleich im Rhein-Main-Duell. Viel größer lässt sich die Bühne für diese Mannschaft gerade kaum bauen. Und vielleicht ist genau das der richtige Abend für etwas mehr Mut. Frankfurt ist sicher nicht der Gegner, gegen den plötzlich alles leichter wird. Aber vor einer solchen Kulisse darf Mainz ruhig zeigen, dass der Aufstieg mehr gebracht hat als nur einen Platz in der Bundesliga-Tabelle.

Hier kommen die Fans ins Spiel. Der Aufstieg im Sommer war ein Erfolg der Mannschaft. Was daraus in Mainz entsteht, entscheidet sich aber auch auf den Rängen. Eine Bundesliga-Mannschaft allein macht schließlich noch keine Bundesliga-Stadt. Deshalb sollte die Mewa Arena gegen Frankfurt mehr sein als nur der ungewohnte Spielort für einen Abend. Sie sollte zeigen, dass Mainz Lust auf diese erste Bundesliga-Saison hat. Dass die 05-Frauen auch nach drei Niederlagen nicht alleine dastehen. Und dass ein Rhein-Main-Duell auch bei den Frauen nach einem Rhein-Main-Duell aussehen und vor allem klingen darf.

Am 18. September gehört die große Bühne den Bundesligistinnen, Zeit, dass auch Mainz in der Frauen-Bundesliga ankommt.

Über die Fan-Kolumne

Was ist gerade Thema bei Fußball-Fans in Mainz und Umgebung? In der Fan-Kolumne berichten Felicitas Budde, Christoph Kessel, Sebastian Schneider und Alex Schulz im Wechsel, was sie gerade rund um Mainz 05, den Fußball allgemein oder gesellschaftspolitisch bewegt.