In der Mainzer Neustadt ist aus einem lange ungenutzten Hinterhaus neuer Wohnraum entstanden. Das Projekt in der Adam-Karrillon-Straße 4 dient aus Sicht der beteiligten Baufirmen nun als praktisches Beispiel in der aktuellen Debatte um die Stadtentwicklung, insbesondere im Hinblick auf die geplante Milieuschutzsatzung für das Viertel.
Jahrelang stand das Gebäude leer, jetzt befindet sich dort eine neue Wohneinheit, die sich über zwei Etagen erstreckt. Das teilt die Dach- und Holzbauwerke Dämgen GmbH mit, die als Dachdecker an dem Projekt beteiligt ist. Wie genau aus dem ungenutzten Bestand wieder Wohnraum geschaffen wurde, will der Chef Jonas Dämgen am 16. Oktober bei der Netzwerkveranstaltung „Gemeinsam Raum schaffen“ vorstellen.
Debatte um Sanierung und Schutz
Das Projekt ist vor dem Hintergrund der aktuellen Pläne der Stadt Mainz von besonderem Interesse. Wie das Unternehmen mitteilt, bereitet die Stadtverwaltung derzeit eine soziale Erhaltungssatzung, auch Milieuschutzsatzung genannt, für die Neustadt und das Bleichenviertel vor.
Laut Stadt soll durch die Satzung „die Wohnbevölkerung in einem Erhaltungsgebiet vor Verdrängungsprozessen geschützt werden“. Sprunghafte Mietsteigerungen sollen vermieden werden indem beispielsweise nicht notwendige Sanierungen verboten werden (Luxussanierungen) und die Umnutzung von Wohnungen zum Beispiel von Miet- zu Eigentumswohnungen strenger gehandhabt wird. Auch Abrisse sollen erschwert werden.
Bei der Veranstaltung soll die Frage diskutiert werden, wie sich der Schutz gewachsener Quartiere mit energetischen Sanierungen und der Schaffung neuen Wohnraums vereinbaren lässt. Der Architekt Timm Helbach (Architekturbüro mamuth) wird dazu die Perspektive des Vereins bau.lärm e.V. auf die geplanten Regelungen vorstellen. Der Verein kritisierte die Satzung zuvor scharf, was für Diskussionen auch bei Merkurist-Lesern sorgte.
Im Mittelpunkt des Abends stehe der Austausch zwischen Handwerk, Bau und Immobilienwirtschaft. Die Veranstaltung findet im umgebauten Hinterhaus in der Adam-Karrillon-Straße 4 statt.