Das Aus für die beliebte Semestereröffnungsfete (SÖF) zum Sommersemester 2026 an der Mainzer Johannes Gutenberg-Universität hat für viel Kritik gesorgt (wir berichteten). Nun hat sich der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) zu den Vorwürfen geäußert und die Hintergründe der Entscheidung erklärt.
Hohe Verluste durch SÖF
Der Hauptgrund für die Absage seien die hohen finanziellen Verluste, die die Veranstaltung in den vergangenen Jahren verursacht habe. Wie der AStA auf Instagram mitteilt, habe man mit den Partys jährlich ein Minus im fünfstelligen Bereich gemacht. Als Vertretung der Studierenden sei man verpflichtet, verantwortungsvoll mit deren Geldern umzugehen. „So große Verluste mit studentischen Geldern zu machen, gehört für uns nicht dazu“.
Die Verluste hätten mehrere Ursachen. Außer allgemein gestiegenen Preisen und Löhnen seien auch zunehmend strengere Vorschriften ein Kostentreiber. Zudem sei die „Muschel“ auf dem Campus als Veranstaltungsort nicht mehr nutzbar, wodurch Einnahmen aus Eintritten wegfielen. Gleichzeitig sei der Verkauf von Getränken zurückgegangen, da immer mehr Studierende eigene Getränke mitbrachten, was die Haupteinnahmequelle der SÖF war.
Keine einfache Lösung möglich
Einfach umzusetzende Lösungsvorschläge, wie die Forderung nach einem kleinen Eintrittspreis, seien nicht realistisch. „Das Gelände müsste komplett umzäunt und bewacht werden, was wiederum so viele Mehrkosten verursacht, dass auch diese nicht tragbar und mit einem günstigen Eintrittspreis abdeckbar sind“, erklärt der AStA. Dem Vorwurf, man ignoriere den positiven Marketing-Effekt und guten Ruf der Party, entgegnet die Studierendenvertretung: „Wir sind nicht hier für Marketing, sondern wir möchten die Gelder der Studierenden verantwortungsvoll verwalten.“
Die Entscheidung gegen das bisherige SÖF-Konzept sei von allen politischen Gruppen im Studierendenparlament (StuPa) mitgetragen worden. Man habe das Konzept über Jahre geprüft und sei gemeinsam mit dem StuPa zu dem Schluss gekommen, dass es in der bisherigen Form zu teuer sei.
Der Frust über die Absage ist bei vielen groß und wird vermengt mit allgemeiner Kritik am Ausschuss und seiner Arbeit – beispielsweise wegen des aufgekündigten Deals mit dem Mainzer Staatstheater. Hierzu erinnert der AStA in seinem Statement an die Alternative: eine Kooperation mit dem Staatstheater Wiesbaden, die seit August 2025 gilt (wir berichteten). Außerdem rufen die Ausschuss-Mitglieder Studierende dazu auf, sich selbst an der „wichtigen demokratischen Institution“ zu beteiligen.
Appell und neues Campus-Fest
Auf den in den sozialen Medien geäußerten Vorwurf, man zahle fast 400 Euro Semesterbeitrag für nichts, wird vorgerechnet: Nur 17,10 Euro davon fließen direkt in die Aufgaben der Verfassten Studierendenschaft. Der größte Anteil entfalle mit 212,10 Euro auf das Semesterticket und mit 114 Euro auf das Studierendenwerk. Der AStA appelliert an die wütenden Studierende: „Bitte vergesst nicht: Wir sind alle ehrenamtliche Studierende, die neben Studium und Nebenjobs bestmöglich versuchen, euch zu vertreten.“
Ganz ohne Feier zum Semesterstart sollen die Mainzer Studierenden aber nicht bleiben. Für das Jahr 2026 seien im Haushalt hingegen bereits Gelder für ein „Campusfest“ eingeplant. Wie dieses konkret aussehen wird, ist allerdings noch offen.