WOW: Das Mainzer Fußball-Wunder
Ausgerechnet am Fastnachtssonntag hatte Mainz 05 den absoluten Tiefpunkt erreicht. Nach der 1:3-Niederlage beim VfB Stuttgart waren der 1. FSV Mainz 05 und der SV Darmstadt 98 mit jeweils mickrigen zwölf Punkten die Tabellenletzten. Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz: 9 Punkte. Dann übernahm Dänen-Trainer Bo Henriksen den FSV und führte den Verein doch noch zum direkten Klassenerhalt – und das sogar mit schönem Fußball! Henriksen weckte nicht nur eine Fußball-Mannschaft aus dem Tiefschlaf, er weckte ganz Mainz endlich wieder auf. Ausverkaufte Heimspiele wurden zu Fußball-Festen, tausende Mainzer reisten zu den letzten Auswärtsspielen der Saison nach Heidenheim oder Wolfsburg. Aus Fansicht ist es beinahe schade, dass diese Saison schon zu Ende gegangen ist – gerade hatte sie endlich Spaß gemacht.
Von Peter Kroh
GAU: Dreckige Wäsche im Stadtrat
In den entscheidenden Wochen vor den Kommunalwahlen zeigt sich der Mainzer Stadtrat nicht von seiner besten Seite. Hitzige Diskussionen sind das Eine. Doch wie in der letzten Sitzung am 15. Mai über die Stadtwerke und deren mutmaßliche finanzielle Schieflage gestritten wurde, zeugt weder von gegenseitigem Respekt, noch von Niveau. Ohne Zweifel müssen die Stadtwerke transparenter werden und vergangene Fehler ausbügeln. Nicht umsonst gab es mehrfache Rügen vom Landesrechnungshof. Dass Freie Wähler und ÖDP dem von den Grünen geleiteten Finanzdezernat deshalb nicht nur Misswirtschaft, sondern auch bewusste Täuschung unterstellen, hat zu diesem Zeitpunkt jedoch eher den Beigeschmack von dreckiger Wahlkampfstrategie – und nicht echter Sorge um Mainzer Steuergelder. Der Gegenschlag der Grünen aus Verwaltung und dem Stadtrat fällt ähnlich aus. Dem Kontrahenten vorzuwerfen, an „Selbstmitleid kaum zu überbieten“ zu sein, ist nicht die feine Art. Auch die Einstellung des Finanzdezernenten Günter Beck trug nicht dazu bei, den Streit zu schlichten. „Man sollte ein städtisches Unternehmen nicht öffentlich schlechtreden“, ist nämlich nicht das beste Argument, um Misstrauen zu zerstreuen.
Von Veronika Dyks