Nach dem Terroranschlag beim Berliner Christopher Street Day (CSD) vor rund drei Wochen stellt sich für viele die Frage: Wie sicher ist der Koblenzer CSD?
Als Reaktion auf den Terroranschlag in Berlin fand bereits Ende Juli eine Mahnwache auf dem Münzplatz statt (Merkurist berichtete). Diese verlief aus polizeilicher Sicht friedlich. Nun soll der Christopher Street Day an diesem Wochenende (vom 13. bis zum 16. August) wie geplant stattfinden.
Bundesweit haben Veranstalter und Behörden die Sicherheitskonzepte für CSD-Paraden verschärft. Auch in Koblenz wurden die Maßnahmen in Zusammenarbeit zwischen Stadt und Polizei geprüft: „Bezüglich des CSD wurden in Zusammenarbeit mit der Stadt Koblenz die Sicherheitsvorkehrungen für den Koblenzer CSD geprüft und im angemessenen Rahmen angepasst,“ bestätigt die Polizei Koblenz auf Anfrage von Merkurist.
Community trotzt der Angst
Die Vorkehrungen für den CSD in Koblenz 2025 waren bereits im Vorfeld erhöht worden, nachdem es im Jahr 2024 zu einem Vorfall gekommen war und die Anfeindungen gegen die queere Community zugenommen hatten. In diesem Zusammenhang wurde eine Sicherheitsfirma engagiert und ein Sicherheitsraum eingerichtet. Der Demonstrationszug 2025 verlief friedlich mit rund 3.500 Teilnehmenden.
In der Community herrsche angesichts der Lage eine „Jetzt-erst-recht“-Stimmung, betont Marcel Witt, Mitglied des Organisationsteam der Pride Koblenz. Man wolle sich nicht unterkriegen lassen. Es gebe sichtbare und unsichtbare Maßnahmen, um den Gästen ein sicheres Gefühl zu vermitteln, auch wenn eine hundertprozentige Sicherheit nie möglich sei. Sowohl die Polizei als auch die Stadt betonen, dass sich die grundsätzliche Gefährdungslage für die Veranstaltung nicht geändert habe. Details zu den konkreten Vorkehrungen werden laut Stadtsprecher Heiko Breitbarth aus einsatztaktischen Gründen und zum Schutz ihrer Wirksamkeit aber geheim gehalten.