Nach einer Forderung der CDU-Ratsfraktion nach mehr Sicherheit in der Koblenzer Innenstadt hat die Stadtverwaltung in ihrer jüngsten Ratssitzung eine umfassende Stellungnahme vorgelegt. Darin wird detailliert aufgeführt, welche Maßnahmen bereits laufen oder geplant sind, um die Sicherheit und Aufenthaltsqualität zu erhöhen.
Laut der Verwaltung haben die Polizeiinspektion Koblenz 1 und das Ordnungsamt bereits seit dem vierten Quartal 2025 ihre sichtbare Präsenz in der Innenstadt deutlich verstärkt. Ziel sei es, Straftaten vorzubeugen, das Sicherheitsgefühl der Menschen zu stärken und eine einfache Ansprechbarkeit zu gewährleisten. Regelmäßig finden demnach gemeinsame Kontrollen mit dem Hauptzollamt und weiteren Polizeikräften an bekannten Kriminalitätsschwerpunkten statt. Eine solche großangelegte Kontrolle wurde zuletzt am Mittwoch, 6. Mai, durchgeführt (Merkurist berichtete). Zur Prävention gehören zudem gemeinsame „Stadtspaziergänge“ mit der Bürgerinitiative „Unsere Altstadt“ sowie Bürgergespräche.
Schutz durch Technik und Infrastruktur
Zum Schutz vor Amokfahrten oder terroristischen Anschlägen in der Fußgängerzone hat die Verwaltung ein neues Konzept entwickelt. Nachdem ein erster Entwurf als zu massiv kritisiert wurde, soll nun eine Kombination aus beweglichen Pollern, Sitzgruppen und Begrünungselementen das Stadtbild aufwerten und gleichzeitig für Sicherheit sorgen. Dieses Konzept soll in den kommenden Jahren schrittweise umgesetzt werden.
Auch die Beleuchtung öffentlicher Plätze, Wege und Haltestellen wird modernisiert. Straßenlaternen werden fortlaufend auf LED-Technik umgerüstet. An Kriminalitätsschwerpunkten, etwa an Bushaltestellen, achtet die Stadt laut eigener Aussage auf eine bessere Ausleuchtung. Dunkle Bereiche, die von Bürgern gemeldet werden, würden geprüft und bei Bedarf nachgerüstet.
Prävention und Appell an die Bürger
Neben repressiven Maßnahmen setzt die Stadt auf ein breites Netz an sozialer Arbeit. Dazu gehören Streetworker für Wohnungslose sowie zahlreiche präventive Angebote des Jugendamtes. Diese reichen von Seminaren gegen Mobbing und Sucht bis hin zu Sozialkompetenztrainings und Gewaltpräventionsprojekten für Kinder und Jugendliche.
Beim Thema Sauberkeit nimmt die Verwaltung aber auch die Bürger in die Pflicht. Zwar reinige die Stadt die Straßen bis zu sechsmal wöchentlich, die Verantwortung für die ordnungsgemäße Entsorgung von Abfall liege jedoch bei jedem Einzelnen. Es sei selbstverständlich, dass Müll wie Dosen, Verpackungen und Zigarettenkippen wieder mit nach Hause genommen wird. Eine Erhöhung der Reinigungsintervalle würde die Gebühren für die Stadt und die Anwohner zu stark belasten. Deshalb soll die Öffentlichkeitsarbeit verstärkt werden, um die Bürger für das Thema zu sensibilisieren.