Gemeinsam für mehr Sicherheit: Seit Mai 2026 gehen die Polizei Koblenz und der Kommunale Vollzugsdienst mit verstärkter Präsenz gegen Straftaten und Gewalt im öffentlichen Raum vor. Wie das Polizeipräsidium Koblenz am Freitag mitteilt, ziehen die Verantwortlichen nun eine erste Bilanz der intensiven Kontroll- und Ermittlungsmaßnahmen, die auf einem eigens entwickelten Einsatzkonzept der Polizeiinspektion Koblenz 1 beruhen.
Die Maßnahmen konzentrieren sich auf bekannte Orte wie das Löhrrondell, das Altlöhrtor, die Löhrstraße und Teile der Koblenzer Altstadt. Dort waren in der Vergangenheit wiederholt Gruppen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Koblenz und dem Umland durch Straftaten aufgefallen. Laut Polizei handelt es sich bei den auffälligen Personen sowohl um deutsche Staatsangehörige als auch um Personen mit Migrationshintergrund. Ziel der Behörden ist es, Straftaten frühzeitig zu erkennen und das Sicherheitsgefühl der Bürger zu stärken.
Über 1.000 Kontrollen und 150 Strafverfahren
Seit Beginn der Aktion im Mai führten die Einsatzkräfte 25 großangelegte Kontrollen durch, an denen teilweise mehr als 150 Beamte von Polizei, Stadt und Hauptzollamt beteiligt waren. Insgesamt wurden dabei weit über 1.000 Personen kontrolliert, wobei einzelne Personen auch mehrfach überprüft wurden. Die Kontrollen umfassten Identitätsfeststellungen, die Durchsuchung nach gefährlichen Gegenständen und bei Bedarf die Überprüfung des Aufenthaltsstatus.
Im gesamten Zeitraum leiteten die Beamten mehr als 150 Strafverfahren ein, hauptsächlich wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittel- und Waffengesetz sowie wegen Körperverletzungs- und Eigentumsdelikten. Als Beispiele nennt die Polizei eine Kontrolle am 6. Mai, bei der rund 120 Personen überprüft wurden, sowie einen Einsatz am 25. September mit etwa 300 Kontrollen und 15 eingeleiteten Strafverfahren (Merkurist berichtete).
Acht Haftbefehle nach gezielten Ermittlungen
Neben den sichtbaren Kontrollen bildet die gezielte Ermittlungsarbeit durch die Kriminaldirektion Koblenz einen weiteren Schwerpunkt. Auf Grundlage dieser Ermittlungen konnten bislang acht Haftbefehle gegen Heranwachsende und junge Erwachsene erwirkt und vollstreckt werden. Ihnen werden unter anderem schwerer Raub, gefährliche Körperverletzung und Drogenhandel vorgeworfen.
Zusätzlich sprachen die Behörden gegen zwölf Personen Aufenthaltsverbote für bestimmte Bereiche der Innenstadt aus. Weitere 18 Personen mussten vorübergehend in Gewahrsam genommen werden, etwa weil sie Platzverweise missachteten oder polizeiliche Maßnahmen behinderten.
Behörden wollen Kurs beibehalten
Die Verantwortlichen sehen den gemeinsamen Kurs als Erfolg. Polizeipräsident Jürgen Süs erklärt: „Die polizeiliche Erfahrung zeigt, dass die Strategie der vielen Nadelstiche mittel- und langfristig ihre Wirkung zeigt.“ Auch Koblenzer Bürgermeisterin Dr. Dagmar Kranz betont die Entschlossenheit: „Wir schauen nicht weg, sondern handeln konsequent.“ Die Zusammenarbeit umfasst auch das Hauptzollamt, das parallel Kontrollen in Kiosken, Tabakläden und Shisha-Bars durchführte und dabei sozialversicherungs- und steuerrechtliche Verstöße feststellte.
Die Kontrollen und die sichtbare Präsenz sollen in den kommenden Wochen fortgesetzt werden, auch mit Blick auf den bevorstehenden Weihnachtsmarkt. Steffen Göbel, Leiter der Polizeiinspektion Koblenz 1, bekräftigt: „Die Menschen in Koblenz können sich darauf verlassen, dass wir die Situation weiterhin fest im Blick haben und dort handeln, wo es erforderlich ist.“