Radverkehr in Koblenz: Das plant die Stadt 2026

Die Stadt Koblenz investiert Millionen in neue Radwege und Brücken. Ein aktueller Bericht der Verwaltung zeigt, welche Großprojekte laufen, wo Umbauten bereits abgeschlossen sind und wie die Stadt die Entwicklung bewertet.

Radverkehr in Koblenz: Das plant die Stadt 2026

Die Stadt Koblenz setzt den Ausbau der Radinfrastruktur fort. Das geht aus dem Jahresbericht 2025 zum Radverkehr hervor, den die Verwaltung kürzlich veröffentlicht hat. Das Dokument listet zahlreiche fertiggestellte und laufende Projekte auf, die das Radfahren in der Stadt sicherer und komfortabler machen sollen. Laut dem Bericht spiegelt sich diese Entwicklung auch im Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) wider, bei dem Koblenz im Städteranking seine frühere Platzierung am Tabellenende verlassen und sich ins Mittelfeld verbessert hat.

Laufende Millionen-Projekte im Fokus

Die Arbeiten an mehreren Großprojekten laufen, in die Millionenbeträge investiert werden. Ein zentrales Vorhaben ist der Ausbau des Weges auf der Horchheimer Eisenbahnbrücke. Für rund 9,6 Millionen Euro, von denen der Bund etwa 7 Millionen Euro trägt, wird der bestehende Weg auf 2,50 Meter verbreitert, um eine sichere Querung für Radfahrer und Fußgänger zu schaffen. Die Arbeiten liegen laut Stadt im Zeitplan und sollen bis Dezember 2026 abgeschlossen sein.

Ein weiteres Großprojekt ist die neue Rad- und Fußgängerbrücke, die künftig die Stadtteile Goldgrube und Rauental über zwölf Bahngleise verbinden wird. Die Kosten für die Brücke belaufen sich auf rund 20 Millionen Euro, gefördert von Bund und Land mit mehr als 7 Millionen Euro. Sie soll im Winter 2026/2027 fertiggestellt werden und auch den Zugang zu einem geplanten neuen Bahnhaltepunkt ermöglichen (wir berichteten). Auch der mehrjährige Umbau der Südallee zu einer Fahrradstraße und der Bau eines neuen Radwegs entlang der B49 zwischen Moselweiß und Lay wird fortgesetzt.

Abgeschlossene Maßnahmen im Jahr 2025

Im vergangenen Jahr wurden zudem mehrere Projekte abgeschlossen. So verfügt die Beatusstraße nach fast zwei Jahren Bauzeit nun auf rund zwei Kilometern Länge durchgängig über Rad- und Schutzstreifen. Entlang des Rheins wurden zudem insgesamt fünf Kilometer teils holpriger Leinpfade in Stolzenfels, Pfaffendorf und Kesselheim saniert und asphaltiert. Diese Abschnitte des Rhein-Radwegs stehen sowohl Touristen als auch dem Alltagsverkehr zur Verfügung.

An anderen Stellen wurden ebenfalls Maßnahmen umgesetzt, die die Sicherheit erhöhen sollen. So wurde am Peter-Altmeier-Ufer Tempo 30 eingeführt, und in Moselweiß ist die Unterführung an der Kurt-Schumacher-Brücke für den Autoverkehr gesperrt worden. Ebenso wurde die Strecke „Kniebreche“ in Niederberg durch Poller für den Kfz-Durchgangsverkehr unterbunden, was Radfahrern und Fußgängern zugutekommen soll.

Weitere Maßnahmen und Aktionen

Neben den Bauvorhaben listet der Bericht weitere Maßnahmen auf. Im gesamten Stadtgebiet seien 172 neue Fahrradabstellplätze entstanden. Die versuchsweise Öffnung des Zentralen Busbahnhofs (ZOB) für Radfahrer sei ohne Konflikte verlaufen und werde daher verlängert.

Die Stadt wertet die Ergebnisse des ADFC-Tests sowie Aktionen wie die erste Koblenzer Fahrradmesse und die Beteiligung beim Stadtradeln als Zeichen für eine positive Resonanz in der Bevölkerung. Trotz knapper Finanzen und Personalengpässe plane die Verwaltung, den Ausbau fortzusetzen. Der Bericht zitiert Oberbürgermeister David Langner mit dem Appell an die gegenseitige Rücksichtnahme, denn sie sei „die Grundlage für ein sicheres und respektvolles Miteinander im Straßenverkehr“.

Der Jahresbericht 2025 „Radfahren in Koblenz“ ist hier einsehbar.