Diesen Großstadt-Trend bringt Café Baumann in die Koblenzer Altstadt

Die Traditions-Konditorei Baumann eröffnet einen zweiten Standort in der Koblenzer Altstadt. Am Jesuitenplatz soll ein neues Konzept entstehen: Eine moderne Tagesbar, die sich vom klassischen Café-Angebot unterscheidet.

Diesen Großstadt-Trend bringt Café Baumann in die Koblenzer Altstadt

Wer an das Café Baumann denkt, hat meist die kunstvollen Torten, die Pralinentheke und die Einrichtung im Wiener Kaffeehaus-Stil im Sinn. Nun wagt das Koblenzer Familienunternehmen einen Schritt in eine neue Richtung: Mitten in der Altstadt, am Jesuitenplatz, soll ein zweiter Standort mit einem für die Stadt neuartigen Konzept entstehen. Betreiberin Melina Warnecke-Brühl erklärt im Gespräch mit Merkurist, was die Koblenzer erwartet.

Neues Konzept für Koblenz: Tagesbar am Jesuitenplatz

Bisher ist das Café Baumann in der Löhrstraße 93 vor allem für seine traditionsreiche Konditorei und sein klassisches Kaffeehaus bekannt. Mit einem Lächeln erzählt Warnecke-Brühl, dass das Café, welches seit 1908 besteht, fast schon zur Koblenzer Geschichte gehöre. Seit 2021 führen Konditormeister Felix Warnecke-Brühl und seine Frau Melina das Unternehmen.

Das Stammhaus soll auch in Zukunft unangetastet bleiben: „Wir sagen immer das hier ist unser Flagship, das bleibt bestehen. In seinem Wert, seiner Einzigartigkeit und in seinem Wiener Kaffeehaus-Stil (Anm. d. Red.: Ein Flagship(-Store) ist die wichtigste und repräsentativste Filiale einer Marke).“ Der geplante zweite Standort soll jedoch ein gastronomischer Ableger mit einem neuen Konzept werden, erklärt die Koblenzerin.

Am neuen Standort im ehemaligen Gebäude der Casero-Filiale am Jesuitenplatz wollen die Baumann-Inhaber im Herbst diesen Jahres eine Tagesbar eröffnen. Eine Tagesbar ist eine Mischung aus Café, Bistro und Bar, die vom Vormittag bis in den frühen Abend geöffnet hat. Ursprünglich stammt die Idee dahinter aus der südeuropäischen Aperitivo-Kultur, ist jedoch bereits ein etabliertes Konzept in deutschen Metropolen wie Berlin oder München. In Koblenz gibt es bisher kaum Angebote, die einer klassischen Tagesbar entsprechen.

Das Konzept reagiert auf ein verändertes Konsumverhalten. „Unserer Meinung nach hat sich das Konsumverhalten der Leute in den letzten Jahren verändert“, bemerkt Warnecke-Brühl. Das Nachtleben verlagere sich mehr zum Day Drinking und kleiner Auszeiten am Tag. Das Ziel sei es, mit der neuen Filiale eine große Zielgruppe anzusprechen: „Wir sagen, wir holen jeden ab. Die Mama, die mit dem Kind morgens frühstücken kommen will, die beiden Geschäftsmänner, die schnell einen Aperol nachmittags trinken wollen.“

Gesundes Frühstück und Drinks nach Feierabend

Auch das gastronomische Angebot wird sich von der Filiale in der Löhrstraße unterscheiden. „Wir werden auf jeden Fall eine sehr zeitgemäße, gesunde, leckere Frühstückskarte etablieren“, kündigt die Café-Besitzerin an. Geplant sei es unter anderem Trends aus Großstädten aufzugreifen, wie beispielsweise die Möglichkeit, sein Frühstück mit zusätzlichen Proteinen, Vitamin C oder Kollagen zu toppen. Damit treffe man den Zeitgeist. „Die Leute wollen es sich gut gehen lassen, das Produkt soll gut schmecken, aber wenn das Ganze noch einen Benefit für deine Gesundheit hat, entspricht das im Moment genau der Nachfrage“, meint die Inhaberin.

Die Eröffnung ist für Herbst 2026 geplant. „Wenn wir Richtung Oktober herum offen sind, würden wir uns freuen“, sagt Warnecke-Brühl.