Wird Essen "to go“ bald teurer? So steht Koblenz zur Verpackungssteuer

Eine neue Steuer auf Einwegverpackungen könnte Essen und Trinken zum Mitnehmen verteuern. Auch mehrere Städte in Rheinland-Pfalz prüfen die Einführung.

Wird Essen "to go“ bald teurer? So steht Koblenz zur Verpackungssteuer

Wie das Nachrichtenportal t-online.de berichtet, könnten Speisen und Getränke zum Mitnehmen in vielen deutschen Städten bald mehr kosten. Grund sei eine geplante Steuer auf Einwegverpackungen. Laut einer Umfrage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) hätten 155 Kommunen Interesse an einer solchen Abgabe.

Hintergrund der Steuer sei die zunehmende Vermüllung der Städte, die nicht nur die Umwelt belaste, sondern auch die Kosten für die Müllentsorgung in die Höhe treibe. Als Vorbild diene die Stadt Tübingen, die bereits seit 1. Januar 2022 eine solche Steuer erhebe. Dort würden beispielsweise 50 Cent pro Einwegbecher oder Essensbox sowie 20 Cent pro Einwegbesteck-Set fällig.

Die Steuer müssten zwar zunächst die Betriebe zahlen, diese könnten die Kosten aber an die Kunden weitergeben. Auch die Stadt Konstanz (seit 1. Januar 2025) und jüngst Freiburg im Breisgau (seit 1. Januar 2026) haben die Verpackungssteuer bereits eingeführt.

Diese Städte in Rheinland-Pfalz prüfen die Steuer

Der Umfrage zufolge prüfen auch mehrere Städte in Rheinland-Pfalz die Einführung einer solchen Verpackungssteuer. Dazu zählten Kaiserslautern, Ludwigshafen, Speyer, Trier und Worms. Andernach und die Landeshauptstadt Mainz sind in der DUH-Auflistung noch unter den Städten der Kategorie „Verpackungssteuer in Beratung“ gelistet.

Und wie sieht es in Koblenz aus? Im Februar 2025 hatte der Koblenzer Stadtrat in großer Einmütigkeit geäußert, eine Verpackungssteuer nach Tübinger Vorbild einführen zu wollen (Merkurist berichtete).

Jetzt teilte die DUH auf schriftliche Anfrage von Merkurist Koblenz mit: „Die Stadt Koblenz erscheint in der Übersicht der Ergebnisse unter ‘Grundsätzliches Interesse’.“ Dort finden sich aus Rheinland-Pfalz noch zwei weitere Städte, Pirmasens und Zweibrücken.

„Verpackungssteuer in Planung“

In der Bundesstadt Bonn (zum 1. Juli 2026) sowie in den Städten Osnabrück, Rottenburg am Neckar und Troisdorf (jeweils zum 1. Januar 2027) steht eine Verpackungssteuer nach Tübinger Vorbild bereits bevor. Ebenso in der Freien Hansestadt Bremen, in Köln und Oberhausen (jeweils noch ohne festes Datum).

Andere Kommunen würden sich hingegen gegen die Steuer aussprechen. Aus Rheinland-Pfalz sei laut der Umfrage jedoch keine Stadt auf dieser Liste. Hingegen gehört beispielsweise Limburg an der Lahn unweit von Koblenz zu diesen Städten.

Die Daten basierend auf Umfragen der Deutschen Umwelthilfe im September 2025 unter insgesamt 400 Städten und Gemeinden in Deutschland sowie auf Daten aus Ratsinformationssystemen. Insgesamt haben der DUH nach dessen Angabe 206 Städte und Gemeinden (Stand 18.12.2025) geantwortet.