Beim Autozulieferer Stabilus in Koblenz ist der im vergangenen Jahr angekündigte Stellenabbau abgeschlossen und zwar ohne betriebsbedingte Kündigungen. Wie Ali Yener, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Koblenz, auf Merkurist-Anfrage mitteilt, haben rund 60 Beschäftigte das Unternehmen freiwillig verlassen. Aus Sicht der Gewerkschaft sei der Personalabbau damit „abgehakt“.
Globales Sparprogramm mit lokalen Folgen
Hintergrund war ein umfassendes Sparprogramm, das der Gasfeder-Spezialist bereits im September 2025 angekündigt hatte, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Als Gründe nannte das Unternehmen damals eine schwächere Nachfrage der Autobauer, steigende Kosten und die US-Zollpolitik. Weltweit sollten 450 der knapp 7.800 Arbeitsplätze wegfallen.
Für den Standort in Koblenz-Neuendorf wurde im Oktober 2025 bekannt, dass bis zu 60 Stellen in der Verwaltung betroffen sein könnten. Damals hatte die Geschäftsführung damit begonnen, Mitarbeitern Abfindungsangebote zu unterbreiten (wir berichteten).
Tarifvertrag verhindert Kündigungen
Dass es nun nicht zu Entlassungen kam, liegt laut Yener an einer tarifvertraglichen Regelung. „Stabilus darf und kann nicht kündigen, weil wir einen Tarifvertrag haben, der IG Metall-Mitglieder vor Kündigung schützt“, erklärt der Gewerkschafter.
Yener hatte die Pläne des Unternehmens von Beginn an kritisiert. Er sehe für das Programm keine Notwendigkeit und bezeichnete es als Versuch, sich an eine allgemeine Abbaustrategie in der Region anzuhängen. Mit den rund 60 Freiwilligen sei das Thema für die Gewerkschaft nun aber abgeschlossen.