Nach dem Großeinsatz von Polizei und Ordnungsamt in der Koblenzer Innenstadt am vergangenen Mittwoch begrüßt die Bürgerinitiative „Unsere Altstadt“ das Vorgehen (wir berichteten). Wie die Initiative auf ihrer Webseite veröffentlicht, hatte sie die Probleme mit aggressiven Gruppen im Bereich Zentralplatz, Pfuhlgasse, Viktoriastraße und Altlöhrtor bereits mehrfach angesprochen.
Die Initiative benennt drei zentrale Problembereiche. So würden die Bushaltestellen am Zentralplatz von Alkoholabhängigen als Aufenthaltsort genutzt. Der Bereich zwischen dem Richard-Wilke-Platz und der Viktoriastraße diene Jugendgruppen als Treffpunkt, wo es zu Rivalitäten komme. Zudem versorgten sich Gruppen im Bereich zwischen C&A und Netto mit günstigem Alkohol.
Dank an die Einsatzkräfte
Nach Einschätzung der Initiative tragen auch die beliebten Fast-Food-Angebote in der angrenzenden Pfuhlgasse sowie eine dorthin verlagerte „Poserszene“ zu den Problemen bei. Das Vorgehen der Behörden wird ausdrücklich gelobt. „Die gezielten Aktivitäten von Polizei und Ordnungsamt beruhigen die Stadt und beunruhigen die Szene. Daher Dank an die Kräfte der Blaulichtfamilie!“, so das Fazit der Bürgerinitiative.
Bei dem gemeinsamen Einsatz hatten Polizei, Zoll und Ordnungsamt am Mittwochabend insgesamt 123 Personen kontrolliert. Wie die Polizei mitteilte, war die Aktion eine Reaktion auf eine Zunahme von Straftaten wie Diebstählen, Raubüberfällen und Körperverletzungen in den vergangenen Monaten. Auch Hinweisen auf Drogenhandel wurde nachgegangen. Zuvor hatten sich Bürger und Gewerbetreibende vermehrt beschwert.
Polizei will Entwicklung entgegentreten
Bei den Kontrollierten handelte es sich überwiegend um Jugendliche und junge Erwachsene aus Koblenz und Umgebung. Die Beamten stellten mehrere Verstöße gegen das Betäubungsmittel-, Waffen- und Konsumcannabisgesetz fest. Zudem gab es einen Verdacht auf Diebstahl und mögliche Verstöße gegen das Ausländerrecht. Fünf Personen erhielten einen Platzverweis.
Polizeioberrat Steffen Göbel, der den Einsatz leitete, zeigte sich zufrieden. „Die Entwicklung in den letzten Wochen hat diese Maßnahme erforderlich gemacht“, so der Leiter der Polizeiinspektion Koblenz 1. Es sei darum gegangen, Straftaten zu verfolgen und die Personen aus der Anonymität zu holen. Man wolle der Entwicklung entschieden entgegentreten, betonte Göbel.