Jahrelange Verzögerungen und explodierende Kosten: Der Neubau des Landesuntersuchungsamts (LUA) in Koblenz ist aus dem Ruder gelaufen. Wie das rheinland-pfälzische Bauministerium bestätigte, hat sich der genehmigte Kostenrahmen nun erneut auf 144 Millionen Euro erhöht. Ursprünglich waren für das Projekt einmal 50 bis 60 Millionen Euro veranschlagt worden (Merkurist berichtete).
Der Rohbau war bereits 2019 fertiggestellt worden. Doch wegen Schlechtleistungen musste das Ingenieurbüro für Versorgungs- und Elektrotechnik gekündigt werden. Später meldete zudem eine Firma für Sanitär-, Wasser- und Abwasserarbeiten Insolvenz an.
Im März 2026 wurde das Verfahren mit einer europaweiten Ausschreibung neu gestartet. Seit August laufen laut Ministerium Verhandlungsgespräche. Der Abschluss des Vergabeverfahrens ist für Mitte Oktober vorgesehen. Danach könnten die Bauarbeiten wieder aufgenommen und ein neuer Fertigstellungstermin genannt werden.
Modernes Labor für 280 Beschäftigte
Der fünfstöckige Neubau im Gewerbe- und Technologiepark Bubenheim/B9 soll nach Fertigstellung auf 100 Metern Länge mehr als 5.000 Quadratmeter Laborflächen und knapp 3.000 Quadratmeter für Büros, eine Kantine und eine Bibliothek bieten. In Koblenz sollen dann 280 der insgesamt rund 500 LUA-Beschäftigten arbeiten.
Das Landesuntersuchungsamt ist unter anderem für die Untersuchung von Lebensmitteln und Trinkwasser, die Bekämpfung von Tierseuchen wie der Vogelgrippe und den Schutz vor Infektionskrankheiten wie Corona oder Influenza zuständig. Bei der Ankündigung des Projekts 2016 hieß es, im neuen Gebäude sei sogar die Untersuchung eines toten Elefanten möglich.