Im Ringen um die Zukunft des ZF-Standorts in Koblenz, wo bis zu 500 Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen, schaltet sich nun die Politik ein. Die Landtagsabgeordnete Dr. Anna Köbberling und der Bundestagsabgeordnete Dr. Thorsten Rudolph (beide SPD) äußern in einer gemeinsamen Erklärung ihre große Sorge über die Situation und richten einen eindringlichen Appell an die Unternehmensleitung. Zuvor hatten hunderte Mitarbeiter gegen die stockenden Verhandlungen protestiert (Merkurist berichtete).
Die beiden Koblenzer Abgeordneten betonen die herausragende Bedeutung des Automobilzulieferers für die gesamte Region. „ZF ist nicht nur ein großer und wichtiger Arbeitgeber, sondern steht auch für industrielle Kompetenz, qualifizierte Arbeitsplätze, technologisches Know-how und Wertschöpfung vor Ort“, erklären Köbberling und Rudolph.
Appell für den Standort Koblenz
Die Politiker fordern die Konzernleitung auf, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um betriebsbedingte Kündigungen zu verhindern und dem Standort eine verlässliche Zukunftsperspektive zu geben. Dabei heben sie die soziale Verantwortung des Unternehmens hervor. „Hinter den Arbeitsplätzen stehen Menschen, Familien und persönliche Lebensplanungen“, heißt es in der Mitteilung. Ein internationaler Konzern wie ZF müsse ein Interesse daran haben, das gewachsene Know-how seiner Fachkräfte zu erhalten.
Besorgt zeigen sich die Abgeordneten auch über den Stand der Gespräche zwischen Management und Arbeitnehmervertretung. Nachdem die IG Metall zuletzt von einer „harten Auseinandersetzung“ sprach, fordern nun auch die Politiker einen „verlässlichen und respektvollen Dialog“. Bereits erzielte Verständigungen dürften nicht wieder grundsätzlich infrage gestellt werden.
Verhandlungen sollen weitergehen
Die Verhandlungen waren zuletzt ins Stocken geraten, sollen aber nach den Protesten der Belegschaft am 3. September fortgesetzt werden. Die Politiker hoffen auf eine Lösung, die möglichst viele Arbeitsplätze sichert. Dies wäre ein wichtiges Signal für die Beschäftigten und die Stadt Koblenz. Köbberling und Rudolph kündigten an, die Entwicklung aufmerksam zu verfolgen und bei Bedarf für einen Austausch zur Verfügung zu stehen.