In den festgefahrenen Verhandlungen über die Zukunft des ZF-Standorts in Koblenz, an dem der Konzern bis zu 500 Stellen abbauen will, gibt es eine neue Entwicklung: Nach einer Unterbrechung sollen die Gespräche am 3. September fortgesetzt werden. Das teilte die IG Metall Koblenz am heutigen Dienstag mit. Vergangene Woche hatten noch hunderte Beschäftigte spontan protestiert.
Die Auseinandersetzung hatte sich am vergangenen Donnerstag zugespitzt. Während die Verhandlungen liefen, versammelten sich mehrere hundert Beschäftigte in ihrer Mittagspause vor der Firmenzentrale in Koblenz, um Antworten vom Arbeitgeber zu den stockenden Gesprächen zu erhalten. Doch die Konzernverantwortlichen gaben gegenüber den besorgten Mitarbeitern keine Stellungnahme ab, woraufhin Vertreter von Betriebsrat und IG Metall das Wort ergriffen.
„Steuern auf eine harte Auseinandersetzung zu“
Die Gewerkschaft äußerte die Befürchtung, dass der Konzern von bereits erzielten Ergebnissen wieder abrücke. „Wir hatten bereits im Juni gute Lösungen erarbeitet, mit denen der ZF-Standort Koblenz zukunftsfähig bleiben kann“, erklärte Ali Yener, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Koblenz. „Dass die ZF nun davon abrückt, zeigt uns, dass wir auf eine harte Auseinandersetzung zusteuern.“
Ähnlich äußerte sich der Betriebsratsvorsitzende Erdal Tahta: „Anstatt gemeinsam an einem tragfähigen Zielbild für den Standort Koblenz zu arbeiten, gewinnen wir zunehmend den Eindruck, dass es auf der anderen Seite des Verhandlungstisches vor allem nur um Personalabbau und Verlagerungen geht.“ Diesen Weg werde man nicht mitgehen. Das Vorgehen des Arbeitgebers habe das Vertrauen zusätzlich belastet.
Gespräche werden wieder aufgenommen
Nach einer vorübergehenden Unterbrechung sollen die Verhandlungen nun am 3. September weitergehen. Die Gespräche fänden derzeit wieder in einem sachdienlichen Rahmen statt, so die IG Metall. Man sehe weiterhin Chancen auf eine tragfähige Lösung.
Die Unterstützung der Belegschaft habe wesentlich dazu beigetragen, wieder Bewegung in die Verhandlungen zu bringen, so Ali Yener. Auch Betriebsratschef Erdal Tahta sieht weiter Chancen für eine Einigung. Die aktuelle Unterbrechung diene einer internen Abstimmung des Arbeitgebers. „Solange eine tragfähige Lösung erreichbar ist, werden wir konstruktiv und mit dem notwendigen Nachdruck weiterverhandeln“, betonte Tahta.