Rechte Rheinstrecke bei Koblenz: Wann die Züge wieder fahren

Die Sanierung der rechten Rheinstrecke ist im Zeitplan. Doch bei Koblenz werden neue Stellwerke erst 2027 in Betrieb genommen. Was das für die Horchheimer Brücke und den Zugverkehr bedeutet.

Rechte Rheinstrecke bei Koblenz: Wann die Züge wieder fahren

Die umfassende Sanierung der 160 Kilometer langen Bahnstrecke auf der rechten Rheinseite zwischen Troisdorf und Wiesbaden liegt im Zeitplan. Das teilte die Deutsche Bahn mit. Seit dem Baustart im Juli dieses Jahres sei ein Großteil der geplanten Arbeiten bereits erledigt. Die fünfmonatige Vollsperrung soll wie geplant am 12. Dezember 2026 enden (Merkurist berichtete).

Wie die Bahn berichtet, sind bereits mehr als 70 Prozent der neuen Gleise verlegt und über 80 Prozent der Weichen erneuert. Auch die Modernisierung der Oberleitungen und der 36 Bahnhöfe komme gut voran. An einigen Stationen seien bereits neue Bahnsteigkanten und Fundamente für Dächer gesetzt worden. Für die Installation neuer Signale kamen sogar Hubschrauber zum Einsatz. In den verbleibenden zwei Monaten der Sperrung konzentrieren sich die Arbeiten nun auf die Fertigstellung der Strecke und insbesondere der neuen Stellwerke.

Neue Stellwerke bei Koblenz erst ab 2027

Entlang der Strecke werden sechs alte Stellwerke durch moderne elektronische Technik ersetzt, unter anderem in Koblenz-Ehrenbreitstein und Niederlahnstein. Diese werden zwar während der aktuellen Sperrung fertig gebaut, gehen aber erst im Juli 2027 in Betrieb. Mit dieser gestaffelten Inbetriebnahme reagiere die Bahn auf Erfahrungen aus früheren Großprojekten.

Diese Anpassung des Zeitplans ermöglicht es, gleichzeitig das in die Jahre gekommene Horchheimer Kreuzungsbauwerk zu sanieren. Die vorbereitenden Arbeiten dafür finden noch während der laufenden Sperrung statt. Das neue Brückenteil soll dann im Juli 2027 eingeschoben werden. Bis Ende 2027 soll die gesamte Strecke zudem mit dem digitalen Zugbeeinflussungssystem ETCS ausgestattet sein und damit zu den längsten, vollständig digitalisierten Strecken Deutschlands zählen.

Barrierefreiheit und Ersatzverkehr

An den 36 Bahnhöfen, die modernisiert werden, schreiten die Arbeiten für mehr Barrierefreiheit voran. Die Installation neuer Aufzüge erfolgt teilweise erst nach Ende der Vollsperrung und soll bis April 2027 abgeschlossen sein, ohne dass dafür zusätzliche Sperrungen nötig werden. Lediglich für den Bahnhof Rhöndorf prüft die Bahn noch, wann der barrierefreie Ausbau umgesetzt werden kann.

Der Schienenersatzverkehr mit 160 Bussen auf 13 Linien laufe seit Juli sehr zuverlässig und pünktlich, so die Bahn. Auch die Umleitung der Güterzüge auf die linke Rheinstrecke sowie die Siegstrecke funktioniere stabil. Ziel der rund 1,6 Milliarden Euro teuren Sanierung ist es, die hochbelastete Strecke langfristig stabiler zu machen und Störungen zu reduzieren.