Bahn sperrt rechte Rheinstrecke bei Koblenz für fünf Monate

Ab morgen ist die rechte Rheinstrecke zwischen Wiesbaden und Troisdorf für fünf Monate dicht. Die Bahn richtet einen Ersatzverkehr mit 13 Buslinien ein.

Bahn sperrt rechte Rheinstrecke bei Koblenz für fünf Monate

Bahnreisende auf der rechten Rheinseite müssen sich ab morgen auf erhebliche Einschränkungen einstellen. Die Deutsche Bahn saniert ab Freitag, dem 10. Juli, die rechte Rheinstrecke. Für fünf Monate wird der 160 Kilometer lange Abschnitt zwischen Wiesbaden und Troisdorf komplett gesperrt (Merkurist berichtete). Wie die DB InfraGO mitteilt, ersetzen 160 Busse auf 13 Linien die ausfallenden Regional- und S-Bahn-Züge.

Die Bauarbeiten sollen bis zum 12. Dezember 2026 andauern. Ziel ist es, die hochbelastete Strecke langfristig stabiler und widerstandsfähiger zu machen. Nach der Sanierung sollen sich Störungen und Verspätungen deutlich reduzieren. In das Großprojekt fließen rund 1,6 Milliarden Euro. Fern- und Güterverkehrszüge werden während der Bauphase umgeleitet.

Gleise, Brücken und 36 Bahnhöfe werden modernisiert

In den fünf Monaten erneuern die Fachkräfte rund 80 Kilometer Gleise, knapp 100 Kilometer Oberleitung, 160 Weichen und zehn Brücken. Auch sechs alte Stellwerke, unter anderem in Rüdesheim, Niederlahnstein und Koblenz-Ehrenbreitstein, werden durch moderne elektronische Stellwerke ersetzt. Der gesamte Korridor wird zudem für das digitale Zugsicherungssystem ETCS ausgerüstet, das bis Ende 2027 auf der gesamten Strecke in Betrieb gehen soll.

Ein besonderes Augenmerk liegt laut Bahn auf den Bahnhöfen. „36 Bahnhöfe erhalten eine Frischekur und werden für Reisende deutlich attraktiver gestaltet“, erklärt Dr. Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB InfraGO. Geplant sind unter anderem 23 neue Aufzüge, 68 neue Rampen und Zugänge sowie die Erneuerung von 24 Personenunterführungen. Die Stationen erhalten außerdem ein einheitliches Design mit neuem Mobiliar und modernen Anzeigetafeln.

Ersatzverkehr mit Expressbussen

Für die Fahrgäste des Nahverkehrs wird ein umfangreicher Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Expresslinien sollen für schnelle Verbindungen zwischen wichtigen Knotenpunkten wie Wiesbaden, Rüdesheim, Koblenz und Troisdorf sorgen. Die Bahn verspricht den Einsatz von neuwertigen und barrierefreien Fahrzeugen, die über WLAN und ausreichend Stauraum für Gepäck verfügen.

Die genauen Fahrpläne sind bereits in den Online-Auskunftsmedien wie bahn.de und der App DB Navigator abrufbar. Reisende sollten beachten, dass sich das Konzept für den Ersatzverkehr rund um Rüdesheim vom 15. bis 28. Juli aufgrund einer zusätzlichen Sperrung ändert. Die Bahn empfiehlt allen Reisenden, sich vor Fahrtantritt online über ihre Verbindungen zu informieren.