Im Ringen um die Arbeitsplätze beim Koblenzer Fahrradhersteller Canyon gibt es einen wichtigen Verhandlungserfolg für die Arbeitnehmerseite. Wie Ali Yener, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Koblenz, auf Anfrage von Merkurist mitteilt, konnte die Zahl der abzubauenden Stellen deutlich gesenkt werden. Demnach hat man sich statt der ursprünglich geplanten 320 auf nun rund 200 Arbeitsplätze verständigt.
„Dem Betriebsrat und uns ist es gelungen, die Zahl von 320 deutlich zu reduzieren“, erklärt Yener. Erreicht wurde dies in Verhandlungen, an denen die Gewerkschaft und der Betriebsrat beteiligt waren. Als nächster Schritt wurde ein Freiwilligenprogramm vereinbart, dessen Ergebnisse aber noch nicht vorliegen.
IG Metall pocht auf Versprechen des Gründers
Für die Gewerkschaft steht nun das Wort von Canyon-Gründer Roman Arnold im Mittelpunkt. „Arnold hat immer erklärt, er will keine Kündigung am Standort“, so Yener. Er fügt hinzu: „Ich halte ihn für einen ehrbaren Kaufmann und gewichte sein Wort extrem hoch.“
Für den Fall, dass durch das Freiwilligenprogramm nicht genügend Mitarbeitende das Unternehmen verlassen, um die Zielmarke von rund 200 zu erreichen, sieht die IG Metall den Gründer in der Pflicht. „Dann muss das Wort von Roman Arnold gelten. Keine Kündigung am Standort“, betont Yener.
Monatelange Verhandlungen
Der Koblenzer Fahrradhersteller hatte im Januar 2026 angekündigt, bis zu 320 Stellen streichen zu wollen. Als Grund nannte das Unternehmen ein herausforderndes Marktumfeld nach dem Ende des Corona-Booms. In den folgenden Monaten fanden intensive Gespräche zwischen Management und Arbeitnehmervertretung statt. Bereits bei einer Betriebsversammlung Ende Januar hatte Gründer Arnold zugesichert, betriebsbedingte Kündigungen „möglichst verhindern“ zu wollen (wir berichteten).