Toiletten-Eingang an Frankenthaler Gymnasium ab jetzt videoüberwacht

Nach massivem Vandalismus hat ein Gymnasium in Frankenthal eine Kamera vor einer Toilette installiert. Schüler hatten die Toiletten bereits gemieden.

Toiletten-Eingang an Frankenthaler Gymnasium ab jetzt videoüberwacht

Um Vandalismus zu verhindern, hat das Karolinen-Gymnasium in Frankenthal eine Kamera vor einem Toiletteneingang installiert. Wie der SWR berichtet, hängt die Kamera dort seit Beginn des neuen Schuljahres vor einem Monat.

Ekel-Vorfälle und Zerstörungswut

Die Entscheidung für die Videoüberwachung trafen die Stadt Frankenthal und die Schulleitung demnach gemeinsam. Grund dafür war wiederholter Vandalismus in den Toilettenräumen im vergangenen Schuljahr. Es sollen Wände mit Graffiti besprüht oder mit Fäkalien beschmiert, Toiletten zerstört und Teile der Sanitäreinrichtung gestohlen worden sein.

Das führte dazu, dass die Schüler die Toilette mieden. „Es darf nicht sein, dass Schülerinnen und Schüler den ganzen Tag nicht mehr auf die Toilette gehen können und wollen“, so Schulleiter Christian Bayer. Als einen Grund für die Verschmutzungen sieht er einen TikTok-Trend, bei dem nasses Toilettenpapier an Wände geworfen wird.

Eltern- und Schülervertreter stimmten zu

Vor der Installation der Kamera wurden auch Eltern- und Schülervertreter befragt, die der Maßnahme zustimmten. „Für mich als Mutter war es wichtig, dass die Intims- und Privatsphäre meines Kindes nicht verletzt wird“, erklärt die stellvertretende Schulelternsprecherin Michaela Kämmer gegenüber dem SWR. Versuche, das Problem anders zu lösen, scheiterten. Eine Aufstockung der Pausenaufsicht habe nichts gebracht, da die Zerstörungen offenbar in den Freistunden stattfanden. Auch ein Projekt, bei dem Schüler die Toiletten verschönerten, hatte nur bedingt Erfolg.

Das Videomaterial wird laut Schulleiter für drei Tage gespeichert und nur bei einem konkreten Anlass gesichtet. Den Schlüssel zum Technikraum haben nur der Schulleiter und der Datenschutzbeauftragte. Die Aufnahmen werden nach dem „Vier-Augen-Prinzip“ ausgewertet, es muss also immer eine zweite Person anwesend sein. Im Schulhaus gibt es weitere Toiletten, die nicht videoüberwacht werden.