Mit 16 Mitgliedern ist das Wormser Jugendparlament (Jupa) in die zehnte Runde gestartet. Nach der Wahl im Mai habe man bereits viele Ideen gesammelt und einige umgesetzt, sagen die beiden Vorsitzenden Gloria Okonkwo und Laura Kraft, die sich kürzlich dem Stadtrat vorgestellt hatten. „Wir haben viele Projekte in Planung“, so Kraft.
Doch mit als erstes ging es für die Mitglieder nach Berlin, wo dem Jupa der Deutsche Weiterbildungspreis in der Sonderkategorie „Jugend und Bildung“ verliehen wurde – überreicht vom Bundespräsidenten. „Für uns ist es eine wahnsinnige Ehre und war zugleich eine Überraschung“, berichtet Okonkwo. Denn von der Nominierung hätte der Jugendbeirat gar nichts mitbekommen.
Party zum Herbstferienstart
Bisher hätten die Mitglieder Kraft zufolge beim diesjährigen „RheinCleanUp“ in Rheindürkheim mitgeholfen und zu „Jazz & Joy“ zwei Baustellenbanner am künftigen „K32“ gestalten dürfen, die noch heute die Baustelle zieren. Ferner gehe es wieder in den Landtag nach Mainz. Überdies habe das Jupa einen weiteren Demokratietag an einer Schule veranstaltet – die Demokratiebildung sei bisher eines der Leitthemen des Gremiums.
Das Jugendparlament wolle ebenfalls die Freizeitgestaltung der Jugendlichen in Worms mit Veranstaltungen und Freizeitorten stärken. Deshalb stand zum Beginn der Herbstferien eine School‘s-Out-Party im Haus der Jugend an, die am 10. Oktober veranstaltet wurde. Solche Parties wurden auch schon in den vergangenen Wahlzeiten organisiert, letztes Jahr im Musikkeller. Mit den verschiedenen Locations möchte man unterschiedliche Jugendliche und ihre Feier-Bedürfnisse ansprechen, sagt Okonkwo.
Anträge an den Stadtrat
Am Dienstagabend (7. Oktober) hat das Jugendparlament eine Veranstaltung mit der rheinland-pfälzischen Jugendministerin Katharina Binz (Grüne) begleitet. Zu „Jugend, Pizza & Politik“ haben rund 50 Wormser Jugendliche im Kanal 70 ihre Ideen gesammelt und sie der Ministerin präsentiert. Insbesondere das Deutschlandticket und die Wehrpflicht waren angesprochen worden, berichtet Okonkwo.
Zuletzt hat das neue Jugendparlament zwei Anträge an den Stadtrat verabschiedet. Aus Sicht des Jugendbeirats soll die Stadtverwaltung zum einen prüfen, inwiefern es zum Weihnachtsmarkt wieder eine Schlittschuhbahn geben kann, wo sich damals doch ein privater Betreiber gefunden hatte. Die Idee entstand auf der diesjährigen Kennenlernfahrt, die immer zu Beginn einer neuen Wahlzeit organisiert werde, wie Okonkwo erzählt. „Wir wünschen uns, dass spätestens im nächsten Jahr ein Betreiber gefunden ist.“
Zustimmung aus den Ratsfraktionen
Außerdem fordert das Jugendparlament einen neuen, gepflegten Basketballplatz in Pfeddersheim. Diesen wünsche sich eine Freundesgruppe, die leidenschaftlich gerne Basketball spiele, aber keine geeignete Möglichkeit hätte, wohnortnah für Turniere zu trainieren. Aus den Ratsfraktionen wurde laut den Jupa-Vorsitzenden bisher breite Zustimmung signalisiert. Bei den Parteipaten habe man mit beiden Ideen „offene Türen eingerannt“.
Die 14- bis 21-jährigen Wormser dürfen alle zwei Jahre ihre Jugendvertretung wählen – und sich selbst als Kandidaten aufstellen. Das aktuelle Jugendparlament ist paritätisch besetzt, betonen die Co-Vorsitzenden: „Wir haben das Glück, dass bei dieser Wahl zwei Kandidaten auf dem 15. Platz gleich viele Stimmen erhielten und deshalb beide ins Jupa einziehen durften.“ Damit hat der Jugendbeirat in den nächsten zwei Jahren 16 statt 15 Sitze, erklärt Okonkwo. Darüber hinaus sei der Altersdurchschnitt in dieser Wahlzeit jünger als in der vorherigen.