Wegen versuchten Mordes und zweifacher gefährlicher Körperverletzung steht ab Donnerstag (5. Dezember) ein 48-jähriger Mann vor dem Mainzer Landgericht. Im April soll er unter anderem in einer Wormser Bar versucht haben, jemanden mit einem Cutter-Messer zu töten.
Mordversuch nach mutmaßlichem Spott?
Dieser Vorfall ereignete sich am 17. April. Wohl wegen einer psychischen Erkrankung habe der Mann geglaubt, dass sich andere in der Bar über ihn lustig machten. Daraufhin habe er den Entschluss gefasst, einen der Bargäste zu töten. Mit einem Cuttermesser und ausgefahrener Klinge soll er sich unbemerkt dem Tisch genähert haben, so dass er hinter dem Gast stand.
Dort habe der Angeklagte die Klinge des Cutter-Messers an den Hals des anderen gesetzt und sie über dessen rechte Gesichtshälfte und das rechte Ohr bis oberhalb des Ohres nach oben gezogen. Das habe laut Anklage eine 20 Zentimeter lange und recht tiefe Schnittwunde verursacht.
Auch danach soll der Angreifer weiterhin versucht haben, den Mann mit dem Messer zu verletzen und dadurch zu töten. Als dieser sich wehrte, wurde er auch an der Hand und oberhalb des linken Auges verletzt.
Dem Opfer fast das Ohr abgetrennt
Nur elf Tage später soll der 48-Jährige wohl noch einmal einen Gast mit seinem Cutter-Messer angegriffen haben, dieses Mal in einem Café in Worms. Wieder soll er sich seinem Opfer von hinten an einem Tisch genähert haben. Mit der halb ausgefahrenen Klinge habe er dann seinem Opfer wieder durchs Gesicht geschnitten. Dabei habe er ihm laut Anklage fast das Ohr abgetrennt.
Der 48-Jährige konnte von Zeugen festgehalten werden, bis die Polizei kam und ihn festnahm. Seitdem befindet er sich in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft davon aus, dass der Angeklagte wegen einer Erkrankung jeweils im Zustand erheblich verminderter Schuldfähigkeit handelte.
Es sind sieben weitere Termine vor der Großen Strafkammer im Mainzer Landgericht angesetzt.