Stadtbibliothek Worms macht auf Buchverbote in den USA aufmerksam

Die Stadtbibliothek Worms macht derzeit mit einer Ausstellung auf Buchverbote aufmerksam. Damit will sie ein Zeichen für Meinungsfreiheit und den uneingeschränkten Zugang zu Wissen setzen.

Stadtbibliothek Worms macht auf Buchverbote in den USA aufmerksam

Mit einem Schaukasten im Foyer macht die Stadtbibliothek Worms aktuell auf sogenannte „Banned Books“, also verbotene Bücher, aufmerksam. Wie die Wormser Stadtverwaltung am Mittwoch mitteilt, soll die Aktion ein Zeichen gegen Zensur und für die Meinungsfreiheit sein.

Buchverbote seien Angriffe auf die Meinungsfreiheit und behinderten den Zugang zu Wissen. Wenn Bücher aus Bibliotheken oder Schulen verbannt werden, werde die Möglichkeit genommen, sich mit unterschiedlichen Perspektiven, Ideen und Lebensrealitäten auseinanderzusetzen. Insbesondere junge Menschen verlören so die Chance, kritisches Denken zu entwickeln und Empathie für andere zu zeigen.

Die Bibliothek wolle verdeutlichen, dass der Zugang zu Literatur kein Privileg, sondern ein fundamentales Gut sei. „Verbotene Bücher erzählen Geschichten, die wertvoll sind, auch wenn sie unbequem, kontrovers oder herausfordernd erscheinen“, heißt es in der Mitteilung. Die Auseinandersetzung mit solchen Büchern stärke die Fähigkeit, Fragen zu stellen und Vorurteile zu hinterfragen.

Von „Herr der Ringe“ bis zur Bibel

Die Aktion in Worms macht auf Verbote aufmerksam, wie es sie in öffentlichen Bibliotheken in den USA teilweise auf Ebene der Bundesstaaten gibt. Auch Schulbibliotheken sind betroffen. Zu den dort verbotenen Werken gehören Klassiker wie „1984“ von George Orwell, John Steinbecks „Von Mäusen und Menschen“, „Schöne neue Welt“ von Aldous Huxley oder J. R. R. Tolkiens „Herr der Ringe“.

Aber auch die Bibel sei von Verboten betroffen – wegen der Darstellung von Inzest, Sexualität und Gewalt. Die Stadt schließt mit einer klaren Botschaft: „Wer Bücher verbietet, versucht Gedanken zu kontrollieren. Wer sich mit ihnen beschäftigt, setzt ein Zeichen für Freiheit, Vielfalt und demokratische Werte.“