Die Polizei ist am Dienstag, 24. September, gegen eine siebenköpfige Schleuserbande in Worms, Mannheim und Karlsruhe vorgegangen. Insgesamt sollen 24 Objekte untersucht worden sein – unter anderem auch Privatwohnungen und Firmen, so der SWR. Über 400 Polizeikräfte sollen im Einsatz gewesen sein.
Menschen für Mindestlohn ausgenutzt
Zu der Schleuserbande sollen Frauen und Männer gehören, die vor allem „Menschen aus vorderasiatischen und kaukasischen Ländern nach Deutschland gebracht“ haben, um sie in Deutschland zu unwürdigen Bedingungen arbeiten zu lassen. Das erklärte Jörg Martienßen von der Bundespolizeidirektion Flughafen Frankfurt gegenüber dem SWR.
Die Schleusergruppe habe die EU-Personalausweise gefälscht und die Menschen auf Baustellen arbeiten lassen, wo sie weniger als den Mindestlohn bekommen sollen. „Diese Personen wurden ausgenutzt. Ihnen wurden zu Hause gute Verdienste versprochen. Und sie kommen hierher und haben Zwangsarbeitsverhältnisse und Zwangsmietverhältnisse“, so der Bundespolizist.
Insgesamt seien bereits vier verdächtige Personen festgenommen worden, eine davon in Worms. Die Tatverdächtigen sollen noch am Dienstag einem Richter vorgeführt werden. Gegen die drei übrigen Bandenmitglieder würden außerdem Ermittlungsverfahren eingeleitet.
Hintergrund
Nach Informationen des SWR haben die Untersuchungen bereits im Juli 2023 begonnen, nachdem die Bundespolizei einen Mann am Frankfurter Flughafen kontrolliert hatte. Der Mann soll einen Pass sowie ein Visum, aber keine Arbeitserlaubnis gehabt haben. Nachdem weitere Kontrollen an den Flughäfen in Stuttgart und Frankfurt sowie an mehreren Baustellen durchgeführt wurden, konnten mehrere Personen mit den „gleichen Auffälligkeiten“ festgestellt werden.