Jahresempfang in Worms: Stadt feiert „Wormsliebe“

Beim Jahresempfang der Stadt Worms am 10. Oktober stand alles im Zeichen der „Wormsliebe“. Auch Merkurist war vor Ort.

Jahresempfang in Worms: Stadt feiert „Wormsliebe“

Zum jährlichen Stadtempfang hat Oberbürgermeister Adolf Kessel (CDU) am Freitagabend (10. Oktober) in den Theatersaal des Kulturzentrums „Das Wormser“ eingeladen. Der Abend drehte sich vor allem um die aktuelle Kampagne „Wormsliebe“, die das Positive in der Stadt sichtbar machen soll: das historische Erbe, das aktuelle Lebensgefühl und die Wormser Stadtgemeinschaft.

Unerwartet begann der Abend jedoch mit einer traurigen Botschaft: Wie Oberbürgermeister Kessel vor Programmstart mitteilte, ist die ehemalige Stadträtin Petra Graen am Tag des Empfangs gestorben (wir berichteten). Wir verlieren einen besonderen Menschen“, sagte Kessel, bevor er die Gäste des Jahresempfangs zu einer Schweigeminute aufrief.

In seiner anschließenden Eröffnungsrede erklärte Kessel, was „Wormsliebe“ für ihn bedeutet. „Manche beschreiben es als den Moment, wenn sie sich nach längerer Abwesenheit aus Hessen der Rheinbrücke nähern und Brückenturm und Dom ins Blickfeld geraten“, so der Oberbürgermeister. „Für andere sind es Erinnerungen an lustige und behagliche Abende hinter dem Weinzelt des Backfischfestes, die auch Jahre später noch so präsent sind, als seien sie erst gestern gewesen.“ Auch ein Spaziergang am Rheinufer könne die „Wormsliebe“ verkörpern. Für ihn persönlich stehe die Kampagne aber vor allem für die Begegnungen mit den Menschen, die Worms zu dem machten, was es sei: „eine Stadt zum Leben und Lieben“.

Ehrungen und ein musikalisches Programm

Ein Höhepunkt des Abends war die Verleihung der Verdienstmedaille der Stadt Worms. Mit ihr geehrt werden Bürger, die sich über Jahre ehrenamtlich für die Stadtgesellschaft engagiert haben. Für ihr besonderes ehrenamtliches Engagement wurde der Künstler Horst Rettig und seine Frau Monika sowie Spectaculum-Mitbegründer Klaus Susemichel ausgezeichnet.

Ein Live-Programm mit Musik und Tanz aus Worms begleitete den Abend. Die Bigband „Windkraft“ der Lucie-Kölsch-Musikschule spielte unter anderem Michael Jacksons Welthit „Thriller“, der Moderator Markus Hoffmann zufolge in Worms geschrieben wurde: vom Briten Rod Temperton, der 1972 in Worms zusammen mit Bernd Springer die Coverband „Sundown Carousel“ gründete. Begleitet wurde der Auftritt deshalb mit Drohnenaufnahmen aus der Stadt Worms.

Die 1955 gegründete Lucie-Kölsch-Musikschule wurde nach einer nun verstorbenen Wormser Ehrenbürgerin benannt und ist eine der ältesten kommunalen Musikschulen in Rheinland-Pfalz.

Zuspruch vom Publikum

Tänzerische Darbietungen lieferten Tänzerinnen des Kultur-, Bildungs- und Sportvereins (KuBiS) Worms e.V., der 2025 sein 20-jähriges Jubiläum feiert und den Aufruf an die Wormser Sportvereine zur Kampagne „Wormsliebe“ gewonnen hat. Die drei Tanzgruppen Pulsar, Quasar und Supernova ernteten mit Polka, finnischem Tanz und einem „Hypnodance“ begeisterten Applaus, die Solistin Stella Wirth konnte mit chinesischem Tanz und Akrobatik-Elementen überzeugen.

Publikumsliebling war dem Beifall nach jedoch der gemeinsame Auftritt der vier größten Wormser Fastnachtsvereine: der Wormser Carneval Club, der Wormser Hausfrauen-Verein, der Wormser Liederkranz und die Wormser Narhalla. Zusammen sangen sie zum Abschluss des Abends Lieder über Worms in rheinhessischer Mundart und sorgten damit für „Zugabe“-Rufe aus dem Publikum. „Wormsliebe in ihrem besten Sinne“, so Moderator Hoffmann.

Kritik aus Liebe zur Stadt

Die Kampagne solle die Wormser dazu anregen, die Liebe zu ihrer Heimat wiederzuentdecken, so der Oberbürgermeister. Aber auch Kritik und Verbesserungsvorschläge seien ausdrücklich erwünscht. „Die Wormser meckern bekanntlich gerne und viel, aber sie tun es meist aus Liebe und Zuneigung mit dem Wunsch, Dinge zu verbessern“, erklärte Kessel. Ein konstruktiver Dialog sei daher fester Bestandteil der „Wormsliebe“.

Diese Worte untermalte ein „Wormsliebe“-Video der Wormser Produktionsfirma „Lindwurm“. Zahlreiche Wormser erzählten darin, was sie mit Worms verbinden. So wurden beispielsweise „einfach Heimatliebe“, die Weinberge, die Geschichte, die Kaiser-Passage, oder auch die Nibelungen-Festspiele genannt. Absoluter Favorit schien jedoch das Backfischfest zu sein. Humorvoll dargestellt fand auch Kritik im Video Gehör: Einige bemängelten zu wenige Angebote für die Jugend, andere wünschten sich eine bessere Parkhaus-Situation – oder einfach nur eine Starbucks-Filiale.

Dass die Kampagne bei der Bevölkerung gut ankommt, zeigt sich laut Stadt nicht nur am Zuspruch bei verschiedenen Veranstaltungen, sondern auch an einer Nominierung für den Tourismuspreis 2025 des Landes Rheinland-Pfalz, der im Dezember verliehen werden soll.