Ein 58-jähriger Mann aus Eich ist am Dienstag (16. September) vom Landgericht Mainz zu zweieinhalb Jahren Gefängnis ohne Bewährung verurteilt worden. Wie der SWR berichtet, hatte der Mann jahrelang die Justiz beschäftigt und war bereits siebenmal wegen verschiedener Delikte verurteilt worden.
Bei dem Prozess handelte es sich demnach um ein Berufungsverfahren. Zuvor hatte das Amtsgericht Worms den Mann zu einem Jahr und sechs Monaten Haft verurteilt, unter anderem wegen Beleidigung. In dem Verfahren ging es um eine Homepage des Mannes, auf der er beleidigende Texte über Polizisten, Politiker, Richter und Privatpersonen veröffentlichte. Dort war laut SWR von „Terrorjustiz“, „Rechtsbeugern“ und „perfiden Rechtsbrechern“ die Rede.
Zudem hatte er der 16-jährigen Tochter eines Nachbarn unterstellt, sie betreibe einen Porno-Kanal. Der Angeklagte bestritt, die Artikel geschrieben zu haben und schob die Verantwortung auf einen Mann, der in Südamerika lebe.
Angeklagter stellt die Geduld des Gerichts auf die Probe
Der Prozess zog sich in die Länge, da der Angeklagte immer wieder das Wort ergriff, den Richter und Zeugen unterbrach und das Gericht mit Anträgen überhäufte. Einen Gutachter bezeichnete er als „lächerlichen Fritz“. Sein Schlusswort dehnte er auf eine Länge von fast zwölf Stunden aus, bis der Vorsitzende Richter Tobias Suder ihm das Wort entzog.
Suder hatte den Angeklagten, der wiederholt laut durch den Gerichtssaal schrie, er habe die Schnauze voll, deutlich ermahnt: „Wenn Sie sich nicht im Tonfall mäßigen, werden Sie von der Hauptverhandlung ausgeschlossen!“ Ob der 58-Jährige auch gegen das neue Urteil vorgehen wird, ist noch nicht bekannt.