Verschollenes Gemälde in Wiesbaden wiedergefunden

1973 aus französischer Kirche gestohlen

Verschollenes Gemälde in Wiesbaden wiedergefunden

Einen mehrere Jahrzehnte alten Fall konnte die Polizei in Wiesbaden jetzt lösen. Dabei gelang es den Beamten ein historisches Kunstwerk in seine Heimat nach Frankreich zurück zu geben.

Dort wurde 1973 ein Gemälde des berühmten Malers Théodore Chasseriau in der kleinen Gemeinde Marcoussis gestohlen. Bis vor Kurzem galt es als verschollen, bis es ein Restaurator zufällig auf der Website eines Wiesbadener Auktionshauses fand. Wie eine Vertreterin des französischen Kultusministeriums erklärt, war es in Frankreich nahezu unmöglich Ermittlungen zu starten, um herauszufinden, wie das gestohlene Bild mit dem Titel „Jesus bei Martha und Maria“ in den Handel gelangt war.

Der Grund: Der Diebstahl des Bildes aus dem 19. Jahrhundert lag schon zu weit zurück, zudem war das Werk nicht zur internationalen Fahndung ausgeschrieben. So übernahm zunächst das Bundeskriminalamt (BKA) den Fall in Deutschland. Es beauftragte die Wiesbadener Polizei, das Bild wegen Verdachts auf Hehlerei sicherzustellen. Zusätzlich befragten die Beamten den Mann, der das Bild erst vor Kurzem zum Auktionshaus gebracht hatte.

Der Vorbesitzer erklärte, dass das Gemälde seit Jahren in Familienbesitz war. 1974, also nur ein Jahr nach seinem Verschwinden, wurde es in Paris auf einem Kunstmarkt gekauft. Später lag es jahrelang auf dem Dachboden der Familie, bis die Entscheidung fiel, es zu verkaufen. Dass es sich um ein gestohlenes Kunstwerk handelte, das ersten Schätzungen zufolge sogar auf einen fünfstelligen Wert kommen könnte, war der Familie nicht bewusst.

Kurzerhand entschloss sich der Mann, das Bild an die französische Gemeinde zurück zu geben. Dort angekommen erinnerte sich sogar der Bürgermeister des Ortes, dass das Gemälde während seiner Kommunion im Jahr 1971 noch in der Kirche des Ortes hing. (ms)

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