Anonymer Brief sorgt für Unruhe bei Wiesbadener Feuerwehr

Ein anonymer Brief sorgt für Unruhe bei der Wiesbadener Feuerwehr. Darin werden Führungskräfte diskreditiert. Die Stadt vermutet einen Versuch, die Wahl des neuen Amtsleiters zu beeinflussen.

Anonymer Brief sorgt für Unruhe bei Wiesbadener Feuerwehr

Ein umfangreiches anonymes Schreiben beschäftigt derzeit den Magistrat der Landeshauptstadt Wiesbaden. Wie die Stadt mitteilt, hat Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende den Magistrat am Dienstag (14. Juli) über den Eingang des Schreibens informiert. Offenbar soll damit die laufende Besetzung der Amtsleiterstelle bei der Berufsfeuerwehr beeinflusst werden.

Anonyme Diskreditierung

In dem Schreiben werden aktuelle und ehemalige Führungskräfte der Berufsfeuerwehr namentlich genannt und persönlich diskreditiert. Zudem kritisieren die anonymen Verfasser frühere und laufende Stellenbesetzungsverfahren. Der Magistrat weist den Versuch der Einflussnahme entschieden zurück. Entscheidungen würden autonom und nach pflichtgemäßem Ermessen getroffen.

Die Stadt nennt keine Details aus dem Schreiben. Die Verfasser würden eine Vielzahl von Behauptungen zur gesundheitlichen und persönlichen Eignung, zur Amtsausübung sowie zu früheren Tätigkeiten aufstellen. Dies stelle eine „nicht akzeptable Diskreditierung der Betroffenen“ dar.

Das Vorgehen schade der Berufsfeuerwehr und den genannten Führungskräften massiv, so die Stadt. Die Urheber des Schreibens würden zwar behaupten, die Feuerwehr nicht öffentlich beschädigen zu wollen, erreichten damit aber genau das Gegenteil.

Besetzung der Amtsleiterstelle verzögert sich

Oberbürgermeister Mende bedauert, dass sich durch das anonyme Schreiben die Besetzung der Amtsleiterstelle verzögert. Nach dem Ausscheiden des bisherigen Amtsleiters Andreas Kleber würde eine längere Vakanz der Stelle der Feuerwehr Wiesbaden schaden. Das Verfahren sei so aufgebaut gewesen, dass am Ende eine rechtlich einwandfreie Entscheidung im Sinne der Bestenauslese stehe.

Da in dem anonymen Schreiben angekündigt wurde, es an die Medien weiterzugeben, habe sich der Magistrat für eine proaktive Kommunikation entschieden. Im August soll der Magistrat eine ausführliche schriftliche Stellungnahme zu allen Vorwürfen erhalten, um sich ein umfassendes Bild zu machen. Diese wird anschließend auch dem zuständigen Ausschuss der Stadtverordnetenversammlung nicht-öffentlich zur Verfügung gestellt.