Befürchtung: Hinterlassen Diebe Geheimzeichen an Wiesbadener Häusern?

Geheimcodes an Hauswänden: Mit „Gaunerzinken“ markieren Diebe bestimmte Wohnobjekte, um dort gegebenenfalls später einzubrechen. In der Region sollen nun wieder solche Geheimzeichen gesichtet worden sein. Was die Polizei sagt.

Befürchtung: Hinterlassen Diebe Geheimzeichen an Wiesbadener Häusern?

Sogenannte Gaunerzinken dienen Einbrechern seit Jahrhunderten dazu, wichtige Informationen über Häuser und deren Bewohner zu vermitteln. Mit diesen Geheimzeichen bereiten Diebe dann oftmals auch Einbrüche vor. Jeder „Gaunerzinken“, der an der Hauswand hinterlassen wird, übermittelt dabei ganz bestimmte Hinweise und hilft anderen Einbrechern oder auch Bettlern, sich auf bestimmte Begebenheiten vor Ort einzustellen.

In Wiesbadens Nachbarstadt Mainz haben nun zuletzt Passanten beobachtet, dass Personen an Haustüren um Geld bettelten und dann Zeichen im Eingangsbereich hinterließen. Doch werden solche „Gaunerzinken“ aktuell auch an Wiesbadener Wohnhäusern hinterlassen? Dazu sagt ein Sprecherin der Polizei auf Anfrage von Merkurist: „Bei der Polizei gehen immer mal wieder vereinzelte Meldungen über mögliche ‘Gaunerzinken’ ein.“ Ob die festgestellten Symbole oder Markierungen jedoch in einem direkten Zusammenhang mit einer Straftat stehen, könne nicht eindeutig gesagt werden.

Allenfalls handle es sich hier um Einzelfälle. „Denn die Mehrzahl aller Einbrüche wird nicht von ‘Profis’ verübt, sondern von Gelegenheitstätern, die beispielsweise mit einfachem Hebelwerkzeug schlecht gesicherte Türen oder Fenster aufbrechen“, so die Sprecherin. Der Wiesbadener Kriminalpolizei seien jedoch derzeit keine Fälle bekannt, die in unmittelbarem Zusammenhang mit solchen Markierungen stehen.

Zinken der Polizei melden

Beim Verdacht auf einen „Gaunerzinken“ würden aber erste Ermittlungen eingeleitet und zudem der Bereich verstärkt bestreift. Doch was sollen Hausbesitzer machen, wenn sie befürchten, dass ein „Gaunerzinken“ an ihrem Haus hinterlassen wurde? Wie die Polizeisprecherin sagt, sollten Betroffene das zuständige Polizeirevier über den möglichen „Gaunerzinken“ in Kenntnis setzen. „Anschließend sollte das Symbol oder die Markierung entfernt werden.“ Zusätzlich komme es, unabhängig von möglichen „Gaunerzinken“, auf ein sicherheitsbewusstes Verhalten und eine aufmerksame Nachbarschaft an.

Das bedeute: die Haus- oder Wohnungstür immer abzuschließen und nicht nur zuzuziehen, Anwesenheit vorzutäuschen und keine Hinweise auf Abwesenheit geben. Fenster- und Terrassentüren sollte man immer verschließen. Ein gekipptes Fenster sei quasi ein offenes Fenster und könne ganz schnell und leicht geöffnet werden, so die Sprecherin. „Bei längerer Abwesenheit (Urlaub) am besten die Nachbarn informieren, den Parkplatz vor dem Haus von den Nachbarn mitnutzen lassen, die Briefkästen leeren lassen sowie keine Urlaubsnachricht auf dem Anrufbeantworter oder in den sozialen Netzwerken hinterlassen.“

Verdächtige Personen ansprechen

In dringenden Verdachtsfällen sollte sofort die Polizei über Notruf 110 gerufen werden, empfiehlt die Polizeisprecherin. Aber auch selbst könne man aktiv mithelfen, wenn man verdächtige Personen in der Nähe eines Hauses beobachtet. So könne man sich beispielsweise die Fahrzeug-Kennzeichen sowie die Marke und die Farbe merken. „Gegebenenfalls kann es auch hilfreich sein, eine verdächtige Person mit den Worten ‘kann ich Ihnen helfen/suchen Sie etwas?’ anzusprechen“, rät die Sprecherin. Damit könne man potenzielle Täter aus der Anonymität holen - jedoch nur ohne sich selbst in Gefahr zu bringen.

Weitere Informationen und Hilfe bietet die kostenlose Beratungsstelle der Polizei, die sowohl per Mail (beratungsstelle.ppwh@polizei.hessen.de) als auch telefonisch (0611/345-1616) zu erreichen ist.

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